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10.01.2005

10:00 Uhr

Bis zu 120 000 Kunden warten auf ihre Anschlüsse

Telekom-Software sorgt für DSL-Chaos

VonThomas Nonnast (Handelsblatt)

Wegen massiver Softwareprobleme bei der Deutschen Telekom warten bis zu 120 000 Kunden auf ihre teilweise schon vor Monaten bestellten DSL-Anschlüsse. Betroffen sind ausschließlich Kunden, die Wiederverkäufer der Telekom wie 1 & 1, Freenet oder Arcor mit dem DSL-Anschluss beauftragt haben.

Auch United Internet will nun eigene schnelle Internet-Anschlüsse anbieten. Foto: dpa

Auch United Internet will nun eigene schnelle Internet-Anschlüsse anbieten. Foto: dpa

HB FRANKFURT. „Rund 50 000 DSL-Bestellungen sind allein von uns in den EDV-Systemen der Telekom hängen geblieben. Sie können nicht weiter bearbeitet werden“, sagt Ralph Dommermuth, Vorstandschef der United Internet AG (1 & 1, GMX). Und täglich werden es mehr. Auf Grund der chaotischen Abwicklung der DSL-Resale- Aufträge bei der Telekom zieht er nun Konsequenzen: „Wir werden in Kürze mit dem Aufbau einer eigenen DSL-Infrastruktur in Ballungszentren beginnen“, kündigte Dommermuth gegenüber dem Handelsblatt an. Die Investitionssumme dafür wird anfangs bei 30 bis 50 Mill. Euro liegen.

Mit rund einer Million DSL-Kunden habe United Internet die „notwendige Größe“, so Dommermuth. Wieviel Umsatz Telekom dadurch verliert, ist schwer abschätzbar. In diesem Jahr wird United Internet rund 150 Mill. Euro für die Nutzung von Netzinfrastruktur an die Telekom überweisen.

Auch bei anderen Telekom-Wettbewerbern wächst der Frust: „Wir werden seit Wochen vertröstet, weil die Telekom nicht in der Lage ist, ihre vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten“, schimpft Freenet-Chef Eckhard Spoerr. Im Call-Center der Hamburger sei die Zahl der Anrufe auf bis zu 100 000 täglich angewachsen. Den Kunden sei aber nur schwer zu erklären, dass die Ursache für die Verzögerung bei der Telekom liege. „Das Resale der Telekom-Anschlüsse läuft auf eine systematische Rufschädigung des Wettbewerbs im Markt hinaus“, befürchtet Spoerr.

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