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07.11.2011

08:24 Uhr

Bluetooth Smart

Das unbekannte Feature des neuen iPhones

Das neue iPhone 4S von Apple hat eine kleine, bislang wenig beachtete technische Neuerung, mit der es zumindest eine Zeit lang alleine in der Smartphone-Welt dasteht. Es ermöglicht die Kommunikation mit anderen Geräten.

Apple Store in San Francisco. Das neue iPhone 4S verfügt über eine Technologie namens Bluetooth Smart zur Strom sparenden Kommunikation mit anderen Geräten. dapd

Apple Store in San Francisco. Das neue iPhone 4S verfügt über eine Technologie namens Bluetooth Smart zur Strom sparenden Kommunikation mit anderen Geräten.

New YorkDas aktuelle iPhone 4S von Apple kann mit einer neuen Art von Funkchips kommunizieren, die beispielsweise in Uhren oder Pulsmessern eingebaut werden. Die Technik nennt sich „Bluetooth Smart“, wie die hinter dem Standard stehende Industrievereinigung Bluetooth Special Interest Group erklärte. Geräte, die diesen Standard verwenden, sollen auch entsprechend gekennzeichnet werden.

Die „Bluetooth Smart“-Chips verbrauchen so wenig Energie, dass für ihre Stromversorgung einfache Knopfzellen ausreichen, wie sie auch in Uhren zum Einsatz kommen. Es gibt zwar noch wenige Geräte, die den neuen Standard unterstützen, aber das dürfte sich wohl bald ändern, da die Einsatzmöglichkeiten riesig sind.

Die japanische Elektronikfirma Casio kündigte für Ende Dezember eine Uhr an, die „Bluetooth Smart“ eingebaut hat. Die Uhr kann mit einem entsprechend ausgestatteten Smartphone kommunizieren und den Träger durch Tonsignale oder Vibration informieren, wenn neue E-Mails oder Anrufe eingehen. Eine Uhr, die genau das kann, brachte zwar Sony Ericsson schon vor fünf Jahren heraus, aber sie nutzte nur das herkömmliche Bluetooth, war schwer und die Batterie schon nach drei Wochen am Ende.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Die norwegische Firma Nordic Semiconductor erklärte, einer ihrer „Bluetooth Smart“-Chips werde in einen Gürtel eingebaut, der den Puls des Trägers messen und zum Smartphone senden könne. Andere mögliche Einsatzgebiete für „Bluetooth Smart“ sind Sensoren für die Blutzuckermessung bei Diabetikern, in Häusern könnten Sensoren überwachen, ob alle Fenster geschlossen und wie die Temperaturen seien, erklärte Suke Jawanda, Marketingchef der Bluetooth Special Interest Group.

Neben dem iPhone werde auch das in Kürze erscheinende neue Razr-Smartphone von Motorola Mobility „Bluetooth Smart Ready“ sein, erklärte Jawanda. Auch einige Notebooks sind demnach schon „Bluetooth Smart Ready“, können also mit den Chips kommunizieren.

„Bluetooth Smart“ wurde von Nokia entwickelt und damals „Wibree“ genannt. Die Technik wurde dann an die Bluetooth Special Interest Group weitergegeben, um die Verbreitung zu fördern.

Von

dapd

Kommentare (1)

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macfun

07.11.2011, 11:43 Uhr

In ähnlicher Weise kann man bereits seit längerem mit jedem Mac ein sogenanntes ad-hoc Netzwerk aufbauen, das die routerlose Kommunikation zwischen Computern in der näheren Umgebung ermöglicht.

Siehe:

Mac OS X - Ad-Hoc Netzwerk Einrichtung am Mac

http://www.learn2use.de/videos/mac-os-x-ad-hoc-netzwerk-einrichtung-am-mac.html

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