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31.01.2005

08:50 Uhr

Boeing verknüpft Entwicklungsstandorte per Internet

Software optimiert Datenaustausch im Web

Nach zahlreichen Autofirmen nutzt nun auch der Flugzeugbauer Boeing eine Visualisierungstechnik, mit der Entwickler an verschiedenen Firmenstandorten per Internet enger zusammenarbeiten können.

hsn DÜSSELDORF. Mit der so genannten „Echtzeit-Ray-Tracing-Technik“, die Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik an der Universität Saarbrücken, mit seinem Team entwickelt hat, sind die Konstruktionsdaten gleichzeitig an vier Entwicklungsstandorten in den USA verfügbar. So können sich Manager und Entwicklungsingenieure jederzeit über den aktuellen Stand der Projekte informieren.

Den Konstrukteuren ermöglicht diese neue Technik, sich jederzeit am Bildschirm interaktiv durch das virtuelle Flugzeug zu bewegen und dabei jedes Detail bis hin zur kleinsten Schraube und Niete unter die Lupe zu nehmen. Neue Flugzeugmodelle können so in ihrer Gesamtheit getestet und mögliche Probleme schon vor dem Bau erkannt werden.

Mit der Visualisierungstechnik können dreidimensionale Modelle interaktiv dargestellt, bewegt und verändert werden. Schatten, Lichtbrechungen und Spiegelungen werden dabei naturgetreu wiedergegeben. Dabei werden riesige Datenmengen verarbeitet. So nimmt das CAD-Modell einer kompletten Boeing 777 einen Speicher von mehr als 30 Gigabyte in Anspruch – das sind mehr als 40 CD-ROMs.

Autofirmen wie BMW, Daimler-Chrysler und Volkswagen nutzen die Technik bereits, um Planungsfehler frühzeitig sichtbar zu machen und zu beseitigen, bevor ein Fahrzeug gebaut wird. So hat Volkswagen im vergangenen Jahr rund 20 Mill. Euro in zwei Visualisierungszentren investiert, in denen die „Ray-Tracing“-Technologie zum Einsatz kommt.

Bald könnte das neue Verfahren auch für die Spieleindustrie interessant werden, für die die bisher benötigte hohe Rechenleistung für das Ray-Tracing ein Hindernis war. Auf der Cebit in Hannover wird Slusallek den weltweit ersten Echtzeit-Ray-Tracing-Chip zeigen, der interaktiv und photorealistisch dreidimensionale Graphik erzeugen kann. Schon der erste, vollständig funktionsfähige, aber noch langsame Prototyp dieses Chips liefert eine größere 3D-Graphikleistung als mehrere PCs zusammen. Dies lässt für die Zukunft viel realistischere Computerspiele erwarten, in denen auch physikalisch korrekte Schatten, Reflektionen und Lichtbrechungen eingebunden werden können.

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