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09.01.2013

07:30 Uhr

Brillen, Kühlschränke, Kameras

Die neuen Gesichter des Computers

VonChristof Kerkmann

Nimm dir ein Bier aus dem Computer! Rechner sind heute überall und haben oft mit den grauen Kästen von früher nichts mehr zu tun – etwa wenn sie in den Kühlschrank eingebaut sind. Die CES zeigt die neue Vielfalt.

Rechner haben heute viele Gesichter - sie kommen als Kühlschrank oder Reiskocher daher. dpa

Rechner haben heute viele Gesichter - sie kommen als Kühlschrank oder Reiskocher daher.

Las VegasComputer waren früher mehr oder weniger gut designte, mehr oder weniger tragbare Kästen. Mit Bildschirm und Tastatur. Doch diese Zeiten sind vorbei: Heute haben die Rechner viele neue Gesichter, wie die Elektronikmesse CES in Las Vegas jetzt zeigt – sie kommen als Kühlschrank oder Reiskocher daher, als Brille oder Kamera, als Spielgerät für den Kaffeetisch oder Assistent im Auto. „Es verändert sich gerade, wie wir über Computer denken“, sagt Shawn DuBravac, Ökonom vom US-Branchenverband CEA.

Drei Trends treiben die Evolution voran. Chips werden kleiner, leichter und billiger – sie können damit fast überall eingebaut werden. Über die mittlerweile fast flächendeckenden Breitbandverbindungen haben die Geräte permanent Zugriff auf Daten und Dienste. Und Sensoren werten Sprachkommandos oder Gesten aus und machen damit Tastatur und Maus überflüssig.

PC-Markt Deutschland

Nicht gut in Form

Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

Nummer 1: Lenovo

Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

Nummer 2: Acer

Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

Nummer 3: Hewlett-Packard

Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

Nummer 4: Dell

Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

Nummer 5: Asus

Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Tablet-Computer tragen entscheidend zum Image-Wandel bei: Weil die Flachmänner so unerwartet erfolgreich sind, müssen inzwischen alle Notebooks ein bisschen iPad sein. Natürlich gibt es immer noch die klassischen Klappmodelle. Doch das Design der mobile Rechner wandle sich gerade, sagt Experte DuBravac: „Die Geräte werden dünner, die Bildschirme kleiner, und es gibt Touchscreens.“ Es gebe nicht mehr die eine optimale Form. Oder es dient das Smartphone als Fernbedienung.

Auf der CES sind nach Einschätzung des Veranstalters CEA 30 bis 40 neue Designs zu sehen – unterschiedliche Kreuzungen aus Tablet-Computer und Notebook, mal mit abnehmbarer, mal mit umklappbarer Tastatur, immer mit Touchscreen. Allein am Stand des Chipherstellers Intel können Besucher 25 dieser Hybriden anschauen und anfassen, allesamt ausgestattet mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows 8.

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Auf der Elektronikmesse CES wollen die Hersteller mit Ultra-HD die Kauflust anstacheln.

Für den Chiphersteller sind diese neuen Modelle äußerst wichtig: Immer mehr Verbraucher greifen zu Tablet-Computern statt zu Notebooks – doch in diesem Geschäft ist der Konzern bislang kaum präsent. Kombi-Geräte sollen das Geschäft mit mobilen PCs wieder ankurbeln. Deswegen erfand der Chiphersteller 2011 die Kategorie der Ultrabooks, also besonders leichter und leistungsfähiger Rechner.

Damit PC-Hersteller das Logo nutzen dürfen, müssen sie künftig auch Touchscreen und Sprachsteuerung einbauen, wie der Chiphersteller in Las Vegas mitteilte. Die Grenzen zwischen Tablet und PC verschwimmt immer mehr.

Kommentare (3)

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Mark

09.01.2013, 08:45 Uhr

Die totale Vernetzung - die totale Überwachung....
Die Menschen sind ja so naiv und gehirngewaschen....

barheine

09.01.2013, 09:33 Uhr

Der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Eingebettete Systeme werden künftig allgegenwärtig sein. Eine Billion(!) Geräte sollen bereits 2025 das Internet der Dinge mit Leben erfüllen. Vom Automobil bis zur Zentralheizung wird alles vernetzt. Natürlich dürfen Daten- und Verbraucherschutz dabei nicht auf der Strecke bleiben!

Numismatiker

09.01.2013, 10:48 Uhr

@barheine

"Natürlich dürfen Daten- und Verbraucherschutz dabei nicht auf der Strecke bleiben!"

Werden sie aber! Wiel die Begehrlichkeiten von Staat und Konzernen unersättlich sind. Wenn Daten nicht legal zu erwerben sind, werden sie eben illegal erhoben.

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