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08.12.2011

12:54 Uhr

Britische Affäre

Wikipedia geht gegen Lobbyisten vor

Das Internet-Lexikon Wikipedia zieht Konsequenzen aus einer Lobbyismus-Affäre im Umfeld der britischen Regierung: Konten der Lobby-Firma Bell Pottinger wurden gesperrt.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. dapd

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales.

LondonWikipedia-Gründer Jimmy Wales kündigte in der „Financial Times“ an, zehn in Zusammenhang mit der Lobby-Firma Bell Pottinger stehende Nutzer-Konten gesperrt zu haben. Es bestehe der Verdacht, dass die Regeln zum Erstellen oder Ändern von Einträgen im Online-Lexikon gebrochen worden sein könnten. „Wir sehen uns jetzt deren Aktivitäten an, um uns einen Überblick zu verschaffen“, sagte Wales. Bis Ende der Woche wolle man reagieren.

Wikipedia ist eine der beliebtesten Internet-Seiten weltweit. Die kostenlose Online-Enzyklopädie enthält derzeit rund 20 Millionen Artikel in verschiedenen Sprachen - alle erstellt von freiwilligen Nutzern. Richtlinien sollen Interessenskonflikte vermeiden. Die Änderungen sind in der Versionsgeschichte eines Artikels dokumentiert und somit auch im Nachhinein nachvollziehbar.

Bell Pottinger hat der „Financial Times“ zufolge eingeräumt, im Auftrag von Kunden Wikipedia-Einträge bearbeitet zu haben. Dies sei jedoch nie auf illegale Weise geschehen. „Wenn uns Kunden gefragt haben, Unwahrheiten zu veröffentlichen, haben wir dies mit Hinweis auf Wikipedias strenge Regeln immer verweigert.“

Zuvor hatte die Zeitung „Independent“ Aufzeichnungen veröffentlicht, in denen Mitarbeiter von Bell Pottinger angeben, Premierminister David Cameron beeinflussen und sich um negative Wikipedia-Artikel „kümmern“ zu können.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Horst_Trummler

08.12.2011, 13:19 Uhr

Es ist der Nachteil eines kostenlosen Lexikons

Wikipedia ist auf den Seiten die weder politisch, noch kommerziell interessant sind, z.B. der Siedepunkt von Propan, die Einwohnerzahl einer Stadt, eine grossartige Quelle für Informationen.

Die politischen Seiten wie "Erneuerbare Energie", Kernenergie, "Klimawandel" sind mit linker und ökologischer Propaganda gefüllt. Beispielsweise hatte der BUND seine Anhänger dazu aufgerufen die Kernenergieseiten mit Oekologie zu füllen, die Wind- und Solarenergieseiten machen den Eindruck aus den PR Abteilungen der einschlägigen Unternehmen zu stammen, das IPCC hatte einen Mitarbeiter abgestellt Wikipedia mit Klimawandel Informationen zu füttern. Diese Seiten sind aufgrund der vielen teils bewussten Falschinformationen meist nutzlos.

Unternehmen beauftragen Agenturen die eine sehr enge Beziehung zu hochrangigen Wikipedia Autoren haben um die gewünschten Unternehmensinformationen unterzubringen.

Vandale

Account gelöscht!

08.12.2011, 17:54 Uhr

Wer so wenig über Wikipedia weiß, wie Sie, Herr Trummler, ist natürlich gezwungen einen so blödsinnigen Kommentar zu verfassen.

Account gelöscht!

09.12.2011, 02:46 Uhr

Es tut mir leid, aber ich muß Horst_Trummler aus eigener Beobachtung Recht geben. Die Wikipedia wird leider im großen Umfang auch dazu mißbraucht Politik zu machen. Alles was politisch relevant ist, sollte man nicht aus der Wikipedia holen, sondern mit Suchmaschinen auch kritisch hinterfragen. Und sich dann eine eigene Meinung bolden.

So erfährt man dann auch, daß das IPCC eine Ansammlung von Politikern ist und die denen vorgelegten Berichte gezielt in eine brestimmte Richtung "überarbeitet" wurden.

Der kommentar von Horst_Trummler ist nicht, -wie einfach behauptet-, "blödsinnig", sondern sollte zu denken geben, wie z.B. Grüne Politik machen. Aber nicht nur Grüne! Sondern absolut alle etablierten Parteien!

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