Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.03.2012

11:56 Uhr

Bundestag

Gesetz gegen Internet-Kostenfallen beschlossen

Der Bundestag schiebt Kostenfallen im Internet einen Riegel vor. Unternehmen werden verpflichtet, auf Kosten bei Diensten über das Internet klar hinzuweisen. Die Opposition fordert noch mehr Regulierung.

Auf Kosten bei Internet-Diensten müssen Anbieter künftig klar und transparent hinweisen. dpa

Auf Kosten bei Internet-Diensten müssen Anbieter künftig klar und transparent hinweisen.

BerlinDer Bundestag hat am Freitag ein Gesetz beschlossen, mit dem Internethändler dazu verpflichtet werden, bei jedem Bestellvorgang eine Schaltfläche mit Hinweis auf die entstehenden Kosten einzublenden. Die Regierung habe damit eine „einfache, klare, verständliche und technikneutrale Regelung“ vorgelegt, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vor der Abstimmung.

Die neue Regelung verpflichtet die Unternehmer zudem dazu, die wesentlichen Vertragsinformationen „in hervorgehobener Weise“ zur Verfügung zu stellen. Insbesondere über den Gesamtpreis einer Ware oder Dienstleistung müsse zukünftig klar und verständlich informiert werden, betonte die CDU-Abgeordnete Mechthild Heil. Der Bundestag setzt mit der Gesetzesänderung eine EU-Richtlinie um.

Gesetz geht für Opposition unzureichend

Für die Opposition geht die Regelung nicht weit genug. Zwar stimmten SPD und Grüne dem Gesetz zu, aber die Grünen brachten einen Antrag ein, mit dem die Regelung ergänzt werden sollte. Darin forderten sie, auch die rechtliche Position der Konsumenten zu stärken. Zudem verlangten sie ein verbindliches Muster für die Bestell-Schaltfläche. Dies würde die Umgehung erschweren und mehr Klarheit schaffen, sagte die Obfrau der Grünen im Rechtsausschuss, Ingrid Hönlinger. Der Antrag wurde aber mehrheitlich abgelehnt.

Die SPD-Abgeordnete Elvira Drobinski-Weiß wies darauf hin, dass die Sozialdemokraten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach für eine entsprechende Gesetzesänderung stark gemacht hätten. Wäre die Regelung früher eingeführt worden, hätten schon zahlreiche Verbraucher vor Kostenfallen geschützt werden können, betonte sie.

Die Linksfraktion enthielt sich bei der Abstimmung. Ihrer Ansicht nach hätte in das Gesetz auch eine stärkere Maßregelung für unseriöser Inkassounternehmen aufgenommen werden müssen, sagte die Linke-Abgeordnete Caren Lay.

Von

dapd

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

WiP

02.03.2012, 17:03 Uhr

Ich hätte erwartet, dass ein Vertrag, bei dem Preise in einer AGB stehen, nur gültig wird, wenn ein Vertrag dem Kunden zugeschickt, und unterschrieben an den Anbieter zurückgeht. Denn heute kommt keine Rechnung, sondern nach ca. 3-4 Wochen die erste Mahnung, und dann schaufelt sich das ganze hoch... Ich meine ausdrücklich keine Bestellungen mit Adresse usw.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×