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19.02.2013

11:22 Uhr

Burger King

Der geknackte Hamburger-Account

VonAxel Postinett

Der Alptraum jeder PR-Abteilung: Das Twitter-Konto der Fast-Food-Kette Burger King wird von Fremden gekapert. Die verbreiten neben Geschmacklosigkeiten und Obszönitäten, McDonald's hätte den Konkurrenten gekauft.

So präsentierte sich der gehackte Twitter-Account von Burger King der Öffentlichkeit. ap

So präsentierte sich der gehackte Twitter-Account von Burger King der Öffentlichkeit.

San FranciscoDer Fiasko nahm am Montagmorgen um 11 Uhr Ortszeit seinen Lauf. Das Logo von Burger King wurde durch das von McDonald's ersetzt mit der Mitteilung, da der „Whopper“, Burger Kings Gegenstück zu Mc Donald's Big Mac, „gefloppt sei“, habe man die Kette übernommen. Danach liefen in schneller Folge Meldungen teils mit rassistischem Inhalt, teils mit Verleumdungen der Mitarbeiter.

Nach rund einer Stunde gelang es dem Unternehmen, sein Twitter-Konto sperren zu lassen. Eine der Hackergruppe Anonymus nahestehende Gruppe will den Hack ausgeführt haben. Erst am frühen Morgen europäischer Zeit bekam das Unternehmen sein Twitter-Konto wieder zurück: „Interessanter Tag hier bei Burger King“, hieß es im ersten Tweet nach dem Zwischenfall.
Eine E-Mailanfrage bei Twitter über die Hintergründe blieb bislang ohne Antwort. Burger King entschuldigte sich in einer Stellungnahme ausdrücklich für die beleidigenden Tweets. Man habe mit Twitter eng zusammengearbeitet, um den Account aus dem Netz zu nehmen, heißt es. Als er am späten Nachmittag wieder erreichbar war, war zwar das Logo des Konkurrenten verschwunden, die gefälschten Tweets blieben jedoch zunächst weiter sichtbar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Unternehmens-Tweets außer Kontrolle geraten. So wurde der Twitteraccount des Elektronik-Blogs Gizmodo über den geknackten Account eines ehemaligen Mitarbeiters übernommen. Anfang des Monats musste sogar Twitter selbst einräumen, Opfer einer Cyber-Attacke geworden zu sein. Rund 250.000 Passwörter wurden von Unternehmensservern entwendet.

Twitter beziffert die Gesamtzahl seiner Konten auf über 250 Millionen. Doch Twitter ist nicht der einzige Social-Media-Dienst, der gehackt wird. Von Dropbox über Sony bis LinkedIn reicht die Liste, und ein gängiger Scherz im Silicon Valley lautet: „Es gibt nur zwei Arten von Unternehmensnetzen: die, die gehackt wurden und die, die es noch nicht gemerkt haben.“ Doch die Gefahr lauert sogar im eigenen Unternehmen.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Ende Januar entließ der britische Musikhändler HMV 60 Mitarbeiter, was einige zum Anlass nahmen, direkt aus der internen Personalversammlung heraus auf dem Firmen-Tweet ihrem Unmut Luft zu machen und Interna zu verbreiten. Das ganze kulminierte in einem Tweet: „Unser Marketing-Direktor – er wird übrigens nicht gefeuert - fragt gerade, wie man Twitter abschalten kann.“ Besser kann man die Hilflosigkeit mancher der Social-Media-Verantwortlichen kaum zum Ausdruck bringen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.02.2013, 11:44 Uhr

Coole Aktion, Jungs! Nur weiter so...

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