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02.03.2011

12:07 Uhr

Business-Apps

Handliche Helfer für Manager boomen

VonSilke Bigalke

Smartphone und iPad eröffnen völlig neue Möglichkeiten im mobilen Business. Mit ihren Apps können die mobilen Geräte neue Einsatzgebiete abdecken und so Geschäftsprozesse optimieren.

Das iPad könnte bei vielen mobilen Business-Anwendungen eingesetzt werden. Quelle: dapd

Das iPad könnte bei vielen mobilen Business-Anwendungen eingesetzt werden.

KölnAutohändler brauchen demnächst keinen Schreibtisch mehr. In Zukunft sitzen sie mit dem iPad in der Hand neben ihrem Kunden im neusten Automodell und stellen das persönliche Wunschmobil per Touchscreen zusammen. Möglich wird das durch Apps - schlanke Programme, die das iPad oder Smartphone zum mobilen PC-Ersatz machen.

Nicht nur im Vertrieb sorgt das für neue Strukturen. Apps erobern in den Unternehmen immer mehr Einsatzgebiete, es geht um weit mehr als um werbewirksame Programme für Verbraucher. "70 Prozent der Apps, die bei uns in Auftrag gegeben werden, betreffen den Business-to-Business-Bereich", sagt Heinz Ingensiep, Geschäftsführer des Kölner Softwareentwicklers Glanzkinder. Apps optimieren zunehmend Geschäftsprozesse, sagt Raphael Schulna, Leiter Consulting beim Dienstleister Adesso Mobile Solutions. "Das ist ein starker, unaufhaltsamer Trend."

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Manager haben mit Hilfe von Apps aktuelle Firmenkennzahlen stets griffbereit, Maschinenbauer geben ihren Kunden interaktive Bedienungsanleitungen mit, Piloten bereiten sich mit Navigationskarten als App für das iPad auf ihren nächsten Flug vor. Für viele Versicherungsberater ist das iPad längst zum Laptop-Ersatz geworden: "Auf dem Gerät können sie ein Angebot errechnen, den Vertrag generieren und Kunden direkt auf dem Touchscreen-Display unterschreiben lassen", sagt Schulna.

Auch in der Produktion mischen Apps bereits mit - etwa bei der Überwachung von Werkshallen. Theoretisch könnten Apps sogar Maschinen steuern. Aus Sicherheitsgründen kommt das in der Produktion derzeit zwar kaum in Frage. Dass die Verbindung vom Smartphone zur Maschine aber grundsätzlich funktioniert, zeigt das Beispiel Raritan.

Das Unternehmen bietet eine Software, die den Stromverbrauch einzelner Geräte misst. Sie ist die Basis für eine neue App, die den Energieeinsatz ganzer Rechenzentren mobil überwacht. Der Administrator ist in der Lage, einzelne Geräte oder redundante Netzteile von seinem Smartphone aus abzuschalten, um den Verbrauch zu senken.

Nach und nach werden die Programme Manager zum Umdenken zwingen. "Sie werden die Strukturen in Unternehmen grundlegend verändern", sagt Wolfgang Beinhauer, Leiter des Kompetenzzentrums für Web-Application-Engineering am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Noch ist die Nutzung von Apps auf einige Endgeräte beschränkt. Doch künftig wird es laut Beinhauer möglich sein, mit jedem Gerät - vom Smartphone bis zum PC - auf Apps zuzugreifen. "Bald kann sich jeder Mitarbeiter einer Firma die Software, die er braucht, selbst im Netz zusammenstellen", sagt der Experte. Apps speichert der Nutzer unter seinem Profil im Internet. Der eigene Rechner am festen Arbeitsplatz ist dann überflüssig.

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