Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.03.2006

19:30 Uhr

Cebit 2006 in Hannover eröffnet

IT-Branche jubelt – Jobwunder Fehlanzeige

Der angesprungene Konjunkturmotor und der beschleunigte technologische Wandel lassen die High-Tech-Industrie auf einen mehrjährigen stabilen Aufschwung hoffen. Die Zuversicht der Branche ist am Arbeitsmarkt allerdings nicht zu spüren, es gibt keine neuen Stellen. Angela Merkel kündigte unterdessen einen nationalen "IT-Gipfel" an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Cebit in Hannover. Foto: ap

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Cebit in Hannover. Foto: ap

HB HANNOVER. Trotz überdurchschnittlichen Wachstums werden in der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) voraussichtlich in diesem Jahr mehr Arbeitsplätze abgebaut als neu geschaffen. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) mahnte bei der Eröffnung der weltgrößten Technologiemesse Cebit am Mittwochabend in Hannover eine verstärkte Ausbildung von Fachkräften an, um die Arbeitslosigkeit zu senken und Stellen in Deutschland zu halten.

"Es wird sich kein Arbeitsplatzaufbau in diesem Jahr einstellen", gestand der Branchenverband Bitkom vor Beginn der Cebit in Hannover ein. Die Schuld daran gab Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms Stellenkürzungen bei der Computertechnik und in der unter Wettbewerbsdruck leidenden Festnetz-Telefonie.

VDI befürchtet Fachkräfte-Mangel

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) beklagte eine zu geringe Zahl von Studienanfängern und Absolventen in technischen Disziplinen. Dieser Fachkräfte-Mangel könnte den Trend zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland noch verstärken, warnte der VDI. Die neuen Arbeitsplätze entstünden dann in Indien oder China und nicht in Deutschland.

Merkel will dagegen die Innovationskraft Deutschlands stärken und plant noch in diesem Jahr einen nationalen "IT-Gipfel". Deutschland habe sich immer als "Zukunftswerkstatt" verstanden, sagte Merkel laut Redetext bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse. "Daran müssen wir anknüpfen." In diesem Lichte komme der Cebit eine hohe Bedeutung zu. Die ITK-Branche sei ein "Wachstumsmotor". Bis zum Sommer will Merkel zudem ein Regierungsprogramm für die Informationsgesellschaft erarbeiten. Im Frühsommer werde schließlich ein neuer "Rat für Innovation und Wachstum" seine Arbeit aufnehmen. Das Expertengremium werde geleitet vom ehemaligen Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

"Innovationen schaffen neue Produkte. Und neue Produkte führen zu neuen Arbeitsplätzen", gab sich die Kanzlerin überzeugt. Der fortschreitende Wandel zur Informationsgesellschaft werde den Fachkräftebedarf steigen lassen. "Diesen Bedarf müssen wir sowohl durch beruflich Qualifizierte als auch durch erstklassige Hochschulabsolventen decken." Die Wertschöpfung in der IKT-Branche sei mittlerweile größer als im Maschinen- und Automobilbau. Ende 2005 beschäftigte die deutsche ITK-Branche rund 749 000 Menschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×