Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2013

20:48 Uhr

Cebit

Merkel warnt IT-Branche vor Rückschlägen

Die weltgrößte Computermesse geht in Hannover an den Start. Bei ihrer Eröffnungsrede auf der Cebit warnte Bundeskanzlerin Merkel, die europäische IT-Branche drohe im weltweiten Wettbewerb zurückzufallen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Eröffnungsfeier der weltweit größten Computermesse Cebit in Hannover. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Eröffnungsfeier der weltweit größten Computermesse Cebit in Hannover.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, dass die europäische IT-Branche im weltweiten Wettbewerb zurückfallen könnte. Diese Entwicklung drohe, wenn es in Europa keinen neuen Gründungsboom in dem Bereich gebe, sagte Merkel bei der Eröffnung der weltgrößten IT-Messe Cebit am Montagabend in Hannover. "Es gibt immer wieder Rückschläge."

Dabei sei gerade Deutschland als High-Tech-Standort sehr gut für die nächste Etappe der technologischen Entwicklung aufgestellt. Denn derzeit wüchsen die IT-Technologie und die Realwirtschaft wieder zusammenwachsen. "Wir müssen aufpassen, dass wir eine wirkliche Gründungskultur entwickeln", mahnte Merkel. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte eine Initiative zur Förderung von Startup-Unternehmen im IT-Bereich in Deutschland gefordert.

Die Cebit im Überblick

Eröffnung mit Merkel

Die Cebit wird am 19. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den japanischen Premierminister Shinzō Abe eröffnet. Japan ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, mehr als 100 Institutionen und Firmen aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen. Der japanische Zentralstand ist in den Hallen 4 und 12. 

Eine Woche Betrieb

Die Cebit 2017 beginnt mit einem Pressetag am Sonntag, 19. März. Für reguläre Besucher ist das Gelände vom 20. bis 24. März geöffnet. Die Messe betont, sich an Fachleute fürs digitale Geschäft zu richten – Schulklassen sind nicht willkommen.

Digitalisierung als Oberthema

Das Leitthema der Messe lautet erneut „d!conomy“, dieses Mal mit dem Zusatz „no limits“. Die Veranstalter wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Digitalisierung alle Bereiche der Wirtschaft ergreift.

Eigene Halle für Start-ups

In diesem Jahr stellen mehr 3000 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Produkte und Neuentwicklungen vor. Darunter sind rund 400 Start-ups, für die es eine eigene Halle gibt. Die Deutsche Messe AG rechnet wie im Vorjahr mit rund 200.000 Besuchern.

Cebit als Arbeitsmarkt

So umfangreich wie noch nie ist in diesem Jahr der Bereich, bei dem Firmen um Nachwuchs werben. Allein in Deutschland sind nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom mehr als 40.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Neben einer Stellenbörse soll auch der „Recruiting Day“ am 9. März Firmen und Bewerber zusammenbringen.

Merkel betonte, dass sich die ganze EU neu aufstellen müsse. Nach wie vor fehle eine klare Antwort, woher das Wachstum kommen solle, das die EU-Staaten wieder aus der Krise führe. Die Hoffnung, dies etwa nur über die Produktion von Autos zu erreichen, werde nicht erfolgreich sein. Die IT-Branche könne hier ein wichtiger Baustein sein.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, dessen Land in diesem Jahr Partnerland ist, warnte vor einer zu starken Konzentration der europäischen Debatte auf die Antikrisenpolitik. Man müsse auch die Frage beantworten, wie man die Konkurrenzfähigkeit Europas sichere.

Cebit-Chef im Interview: „Die Cebit ist weltweit einzigartig“

Cebit-Chef im Interview

„Die Cebit ist weltweit einzigartig“

Er holt die Hightech-Branche nach Hannover: Frank Pörschmann leitet die Cebit. Im Interview spricht er über die Rolle von Messen im Web-Zeitalter und die Skepsis deutscher Mittelständler gegenüber dem Cloud Computing.

Merkel betonte, dass die IT-Durchdringung des Lebens die gesellschaftlichen Strukturen völlig verändern werde. Das Verhältnis zwischen Konsumenten und Produzenten ändere sich gerade radikal. Mit Hinweis auf den Online-Händler Amazon.com sagte Merkel, dass dazu auch die Arbeitsbedingungen neu geregelt werden müssten. "Dies ist ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel, auf den die soziale Marktwirtschaft Antworte finden wird ... und muss."

Amazon Deutschland steht nach einem Medienbericht über die Drangsalierung von Leiharbeitern in der Kritik. Das Unternehmen hat die Vorfälle bedauert und etwa einem Sicherheitsdienst gekündigt.



Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

otto

04.03.2013, 21:29 Uhr

Ja, Frau Merkel - Europa fällt im weltweiten Wettbewerb ohnehin immer weiter zurück.

Retten Sie nicht die Zukunft Deutschlands oder Europas, retten Sie doch einfach nur den Euro. Das ist Ihre Bestimmung.

Retten Sie und belügen sich dabei selbst, belügen uns und belügen den Rest der Welt weiterhin.

Account gelöscht!

05.03.2013, 01:20 Uhr

Ich dachte, daß durch die Gesamtschulen Wissen und Bildung einen riesigen Sprung nach vorne machen.
Und durch batchelor und master kommt das Niveau der deutschen Universitäten endlich auf die Höhe der amerikanischen Universitäten.
Und an einer "Eliteuniversität" wie die RWTH Aachen geben sich die Profs viel Mühe mit den ankommenden Abiturienten. In vorbereitenden Kursen können sich die Ingenieurstudenten an Aufgaben die folgt üben:
"Addieren Sie zum Produkt von 3 und 4 das Produkt von 2 und 7"
Tolle Aussichten für Deutschland!

Vicario

06.03.2013, 11:23 Uhr

Zitat : Diese Entwicklung drohe, wenn es in Europa keinen neuen Gründungsboom in dem Bereich gebe, sagte Merkel bei der Eröffnung der weltgrößten IT-Messe Cebit am Montagabend in Hannover. "Es gibt immer wieder Rückschläge."

So geht sozialistische Planwirtschaft heute....die Zonenwachtel beschließt ganz einfach einen Gründungsboom....?
Ganauso wie sie die Energiewende beschlossen hat...wir wenden mal und dann gucken wir.....!!!!

Und von welchem Europa spricht diese Dame..? Ist es ihr entgangen, dass sie halb Europa schon totgespart hat und diese Länder sehnsüchtig auf Investitionen von ihr warten, die nie kommen werden ?

Wan beseitigen wir dieses verlogene Luder..??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×