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25.02.2011

19:48 Uhr

Cebit

Netz soll Stromnachfrage steuern

Wind-, Wasser- und Solarstrom sind sauber, aber unstet - eine Herausforderung für die Energiebranche. Intelligente Stromnetze sollen Angebot und Nachfrage in Einklang bringen. Auf der Cebit diskutieren Experten über diesen Kombination aus Öko und IT.

Zwei intelligente Stromzähler von T-Systems. Energie dann zu verbrauchen, wenn sie besonders reichlich vorhanden ist, gilt als eine der Schlüsseltechnologien für ökologischere Energieproduktion. Quelle: dpa

Zwei intelligente Stromzähler von T-Systems. Energie dann zu verbrauchen, wenn sie besonders reichlich vorhanden ist, gilt als eine der Schlüsseltechnologien für ökologischere Energieproduktion.

Berlin/Hannover/HamburgDie Waschmaschine der Zukunft springt nachts an. Oder wenn der Wind stärker pustet. Denn wenn die Nachfrage klein oder das Angebot groß ist, soll Strom künftig besonders günstig sein. Die Arbeit im Haushalt übernehmen dann intelligente Stromzähler, "Smart Meter". Bis diese Vision Wirklichkeit wird, haben IT- und Energiewirtschaft jedoch noch viel zu tun. Beim "Smart Grid Summit" auf der Cebit (1. bis 5. März) wollen sich beide Branchen austauschen.

"Smart Meter" sind die Verbindungspunkt der intelligenten Netze zum Verbraucher. "Smart Grids" sollen einmal den Stromverbrauch steuern. Das wird durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommix nötig. Diese lassen die Einspeisung schwanken. "Es ist viel Strom im Netz, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, aber nicht unbedingt dann, wenn Strom von Verbrauchern nachgefragt wird", erklärt Frauke Rogalla von der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. "Die Planbarkeit der Stromherstellung wird stark eingeschränkt", sagt sie.

Energieangebot und -nachfrage müssen also ausgeglichen werden. "Es gilt, die Möglichkeiten von "Smart Grids" realistisch mit den Möglichkeiten der effizienten Speicherung und des weiträumigen Transports regenerativer Energien in Einklang zu bringen", sagt Ulrich Hueck, Gründungsstifter des Solarenergie-Projekts Desertec Foundation in Hamburg, die im großen Stil Solarenergie in der Wüste erzeugen und nach Europa transportieren will.

Damit Stromnetze intelligent arbeiten können, muss ein großer Datenaustausch stattfinden. Da ist die IT-Branche gefordert. Denn die Kommunikation soll einmal über das Internet-Protokoll laufen, das bereits den Datenverkehr im globalen Netz regelt. Deshalb spricht man auch vom "Internet der Energie". Die IT-Industrie erhofft sich ein Milliardengeschäft. Sie rechnet bis zum Jahr 2014 mit rund 100 Milliarden Euro Umsatz weltweit aus "Smart Grid"-Technologien.

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