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08.01.2008

14:38 Uhr

CES 2008

Yahoo forciert mobiles Internet

Am PC ist Yahoo weiter hinter den Marktführer Google zurückgefallen. Jetzt will Yahoo die Entwicklung von Anwendungen fürs Handy forcieren. Teil dieser Strategie ist die Öffnung für Konkurrenzangebote - etwa für Googles neue Handy-Plattform „Android“.

Yahoos Auftritt auf der diesjährigen CES in Las Vegas Foto: rtr

Yahoos Auftritt auf der diesjährigen CES in Las Vegas Foto: rtr

LAS VEGAS. Der Internetkonzern Yahoo wird sein Internetangebot für Mobiltelefone auch für die neue Handy-Plattform „Android“ seines Wettbewerbers Google öffnen. Das kündigte Yahoo Chef Jerry Yang am Montag auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas an. Die Öffnung ist Teil einer Strategie, mit der die Entwicklung von Anwendungen fürs Handy forciert werden soll. Dazu werden unter anderem freie Entwickler eingeladen, neue „Widgets“, also Mini-Programme, für mobile Geräte zu gestalten.

Im Rahmen des CES-Auftritts von Yang zeigte der deutsche Yahoo Manager Marco Boerries eine Vorabversion der Plattform Go 3.0, die für mobile Internetgeräte entwickelt wurde. Über die Startseite von Yahoo Go können einfach E-Mails abgerufen, Fotos über den Service Flickr angezeigt und Landkarten sowie andere Dienste abgerufen werden.

Die Inhaltsübersicht kann mit sogenannten Snippets ­ also Ausschnitten aus Informationen aus der Welt der Nachrichten, des Sports und der Finanzen, Wettervorhersagen und vielem mehr ­ vom Nutzer selbst konfiguriert und automatisch auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Hierbei beschränkt sich Yahoo nicht auf eigene Informationsdienste, sondern öffnet seine Plattform auch anderen Internetservices.

Die Innovationen von Yahoo beschränkten sich aber nicht nur auf das mobile Internet, sagte Yang. Seine Vision von Internetdiensten der Zukunft demonstrierte er anhand eines Prototyps von Yahoo! Mail. Als Teil des „sozialen Netzwerks“ zeigt sich die E-Mail-Anwendung im Stil der Internetplattform Facebook offen für andere Dienste, beispielsweise eBay oder MySpace.

Vor allem soll der Anwender bei seiner Kommunikation entlastet werden. Hierfür könne die Software auch die Kommunikationsvorlieben des Nutzers gewichten. So erfahre der Anwender beispielsweise schon auf der Startseite direkt, ob von seinen wichtigsten Kommunikationspartnern neue Nachrichten vorlägen.

Wie weit die Vernetzung von E-Mail und Internetdiensten gehen kann, demonstrierte Yang am Beispiel einer Essenseinladung. Die Adresse des Restaurants kam in seiner Demonstration per E-Mail und wurde einfach auf die integrierte Map-Anwendung gezogen. Das Programm zeigte daraufhin das Restaurant samt seiner Bewertung an, aber auch den Autor der Mail mit seinen Vorlieben. Um ein Restaurant zu finden, das dem Geschmack mehrerer Teilnehmer entspricht, brauchen lediglich die Namen der Gäste auf die Karte gezogen zu werden. Auf der Basis der Essgewohnheiten, die in ihren Profilen gespeichert sind, werden im angezeigten Kartensegment die Lokale bewertet.

Yang wollte nicht sagen, wann dieser Dienst allgemein verfügbar sein soll. Einige Bausteine seien aber schon fertig. „Bald“ war die einzige Zeitangabe, zu der sich Yangs Mitbegründer-Kollege David Filo durchrang.

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