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03.01.2016

08:20 Uhr

CES 2016 Las Vegas

Wenn der Schnuller mit dem Auto spricht

VonAxel Postinett

Von Drohnen bis Baby-Tech: Die Digitalisierung der Welt macht vor nichts Halt. Ab Mittwoch werden in Las Vegas die wichtigsten Technologie-Trends für 2016 gezeigt. Und vielleicht auch ein neuer VW-Campingbus.

„Baby-Tech“, also technische Spielereien, die sich speziell an den Nachwuchs richten, sind 2016 Trend. dpa

Baby-Tech

„Baby-Tech“, also technische Spielereien, die sich speziell an den Nachwuchs richten, sind 2016 Trend.

Las VegasVirtuelle Realität, Drohnen, Roboter, Smart Cars, Cloud, 4K und Künstliche Intelligenz sind Schlagwörter des Technologiejahres 2016. Technologien, die vor zwei Jahren noch in den frühen Kinderschuhen steckten, sind auf dem Weg in den Massenmarkt. Die Schlagzahl, mit der die digitale Industrie die Transformation der Welt vorantreibt, ist atemberaubend.

Als der Autor vor 15 Jahren auf seine erste CES in Las Vegas ging, waren Panasonic, Sony, Samsung, Philips oder Sharp die Namen, an denen man nicht vorbeikam in der „Unterhaltungselektronik“. Gigantische Fernseher waren die Sensation. Microsoft-Guru Bill Gates hielt traditionell die Eröffnungsrede, zeigte die Spielekonsole „Xbox“ und Seiko brachte eine „Super Wristwatch“, die als Handy nutzbar war und SMS versenden konnte.

Zeitsprung 2016: Microsoft hat seinen riesigen Messestand längst eingemottet. Sony und Panasonic sind nur noch auf Bewährung da, Samsung sucht seinen Weg in die Cloud, um relevant zu bleiben in einer Welt, die neue Akzente gesetzt hat. Philips erfindet sich als vernetzter Gesundheitsmanager neu.

„Software frisst die Welt“ schrieb Netscape-Mitgründer und Investor Marc Andreessen 2011 in einem Essay. Heute ist klar, dass seine Prognose mit gnadenloser Präzision eingetroffen ist. Software, zusammen mit mobilem Internet und der allgegenwärtigen Cloud, der Internetwolke, die unbegrenzte Computerleistung und Datenanalyse in Sekundenbruchteilen ermöglicht, bringt heute alten Hunden neue Tricks bei. Junge Unternehmen, die aus dem Nichts auftauchen, setzen oft genug diese Trends. Hier die wichtigsten für 2016:

Virtuelle Welten bleiben auch in diesem Jahr ein wichtiger Technologietrend. PR

CES in Las Vegas

Virtuelle Welten bleiben auch in diesem Jahr ein wichtiger Technologietrend.

Drohnen. Rund 45.000 Drohnen wurden im Dezember in der ersten Woche auf der neuen Webseite der Luftaufsichtsbehörde FAA angemeldet. Alleine 400.000 unbemannte Flugobjekte haben unter amerikanischen Christbäumen gelegen, schätzt der Branchenverband CTA. Dabei geht es erst los: 2016 wird das Jahr der Drohnen. 27 Aussteller werden ab Mittwoch auf der CES in einem eigenen Bereich „unmanned systems“ ihre surrenden Fluggeräte präsentieren. Der US-Umsatz lag 2015 mit 105 Millionen Dollar um 52 Prozent über Vorjahr.

Mit der neuen Registrierungspflicht herrscht mehr Rechtssicherheit, und der Verkauf wird zunehmen, schätzen Marktbeobachter. Drohnen des Start-ups „Airdog“ werden ihren Besitzern in der Luft wie ein Hündchen folgen, während die mit dem Mountainbike durch die Berge hetzen oder durch die Brandung surfen.

„GoPro“, börsennotierter Spezialist für Action-Kameras, arbeitet daneben an einer eigenen Drohnen-Plattform für seine Kameras und 360-Grad-Videos für virtuelle Realitäten. Weite Verbreitung werden Drohnen in der Landwirtschaft und der Logistik-Branche finden. Sie werden mit Kameraaugen Container aufspüren oder Felder und Herden überwachen.

Virtuelle Realität. Palmer Luckey hat wenig Respekt vor dem großen Herausforderer: Rift, seine Brille für virtuelle Realität, ließ er per Twitter wissen, sei eher wie „feiner Wein“. Googles Pappbrille „Cardboard“, so der Gründer von Oculus, sei verglichen damit eher wie „Brackwasser“. Solche Sprüche kann er sich leisten. Oculus gehört zum Facebook-Imperium von Mark Zuckerberg und die hoch computerisierte „Rift“ soll bald für mehrere hundert US-Dollar auf den Markt kommen, während Googles Pappvariante nur ein paar Dollar kostet und ein Smartphone als Bildschirm benötigt.

2016 wird nicht nur die „Rift“ auf den Markt kommen. Zusammen mit Samsung hat Oculus die „Gear VR“, direkter Gegner zu Googles „Cardboard“, für 99 Euro eingeführt. Sie versetzt den Betrachter mittels eines eingeschobenen Samsung-Smartphones in eine virtuelle Welt. Sony steht ebenso in den Startlöchern wie HTC und Valve. Dieses Jahr wird sich zeigen müssen, ob aus dem Hype von 2015 ein Geschäft werden kann, die Marktforscher von Juniper sprechen von einer „Wasserscheide“.

Neben der Videospieleindustrie erhofft sich die Filmindustrie neue Märkte und preiswerte Kameras ermöglichen 360-Grad-Filme, die auf Web-Plattformen wie Youtube gezeigt werden können. Mit 46 hat sich die Zahl der Aussteller für virtuelle und „augmented“ Realität auf der CES mehr als verdoppelt. „Augmented“ Realität ist die Mischung von „echter“ visueller Realität mit digitalen Inhalten. Wichtigste Spieler hier sind Microsoft mit Hololens und Sony mit „SmartEyeglass“ für den Industrieeinsatz, seit Googles „Glass“-Brille gescheitert ist.

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