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27.01.2007

19:49 Uhr

Chip-Entwicklung

Intel und IBM schaffen großen Durchbruch

Unabhängig von einander ist den beiden IT-Unternehmen Intel und IBM ein großer Durchbruch in der Chip-Entwicklung gelungen. Es sei der größte Sprung seit den 60er-Jahren, sagen Experten. Transistoren sind mikroskopisch kleine Chip-Bausteine.

Chipproduktion im Reinraum bei Intel in Santa Clara (Kalifornien). Foto: ap Quelle: ap

Chipproduktion im Reinraum bei Intel in Santa Clara (Kalifornien). Foto: ap

HB NEW YORK. Intel will bereits in der zweiten Jahreshälfte 2007 mit den neuen 45-Nanometer-Chips herauskommen, die unter dem Codenamen „Penryn“ entwickelt worden sind, teilte der Chip-Branchenführer mit. Ein Nanometer (Nm) entspricht einem Milliardstel Meter. IBM kündigte seinerseits Produkte mit dieser Technologie für 2008 an. IBM hat seine neue Technologie in Zusammenarbeit mit dem Intel-Hauptkonkurrenten Advanced Micro Devices sowie den japanischen Elektronikkonzernen Sony und Toshiba entwickelt, betonte die Gesellschaft.

Die neue Transistoren-Technologie wird zu noch viel leistungsstärkeren Chips mit erheblich geringerem Stromverbrauch führen. Sie werden damit nicht nur bei Computern, sondern auch in zahllosen Verbraucherelektronik-Produkten enorme Fortschritte ermöglichen.

Die Intel-Chips sollen mehr als eine Milliarde Transistoren je Chip haben. Mehr als 30 000 der 45-Nm-Transistoren passen auf einen Stecknadelkopf. Anders ausgedrückt: Mehr als 2 000 von ihnen entsprechen dem Durchmesser eines Menschenhaares. Der erste Transistor, der von dem legendären amerikanischen Forschungslabor Bell Labs 1947 entwickelt worden war, hatte hingegen Handgröße. Ein 45-Nm-Transistor kann in einer Sekunde rund 300 Milliarden Mal an- und abgeschaltet werden.

Bei den Intel-Transistoren werden in Teilen und den Isolierungen Metalle statt Siliziumdioxid verwendet, einem Material, aus dem auch Glas gemacht wird. Intel-Mitgründer Gordon Moore bezeichnete dies als größten Wandel in der Transistoren-Technologie seit der Einführung von Silizium-Transistoren in den späten sechziger Jahren.

In den 45-Nm-Transistoren von Intel werden das Metall Hafnium sowie Metalllegierungen für Isolierungen eingesetzt. IBM gab noch nicht bekannt, welche Metalle verwendet werden. Dadurch wird das immer gravierendere Problem des Stromverlustes behoben, unter dem die Silizium-Transistoren mit zunehmender Verkleinerung gelitten hatten. Dies hatte weitere Fortschritte bei der Transistoren-Verkleinerung immer schwieriger gemacht.

Momentan werden Chips mit 65-Nm-Technologie gefertigt. Intel hat die neue 45-Nm-Technologie in seiner Chip-Fabrik in Oregon entwickelt und will sie auch in zwei im Bau befindlichen Anlagen in Arizona und Israel verwenden.

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