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10.03.2006

18:15 Uhr

Chiphersteller

Intel und AMD vor neuen Herausforderungen

Der ungebremste Sturm auf die Wohnzimmer setzt die großen Chiphersteller unter immer stärkeren Leistungsdruck. Für die digitale Unterhaltung sind immer kleinere Geräte gefragt, die bei sinkendem Strombedarf immer leiser arbeiten sollen.

Chip-Produktion. Foto: Intel

Chip-Produktion. Foto: Intel

dpa HANNOVER. Mobile Alleskönner wie Handys und Mini-PCs müssen heute Multimedialeistungen erbringen, mit denen noch vor zehn Jahren jeder PC überfordert gewesen wäre. All diese Entwicklungen stellen immer höhere Forderungen an die Leistung der winzigen Halbleiter. Vor allem die beiden Konkurrenten Intel und AMD liefern sich dabei ein erbittertes Wettrennen.

Auch für große Server haben sich die Anforderungen inzwischen erheblich verändert. Nach Schätzungen von Jochen Polster, Geschäftsführer von AMD Deutschland, können Unternehmen mit dem Einsatz neuer, weniger leistungshungriger Anlagen bei den Stromkosten jährlich hohe Beträge sparen. Besonders bei Unternehmensservern hatte der kleine Konkurrent dem großen Marktführer in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Marktanteile abgerungen.

Innerhalb eines Jahres konnte AMD im lukrativen Chipmarkt für Server seinen Marktanteil mehr als verdoppeln. Verzeichnete das Unternehmen im vierten Quartal 2004 in diesem Segment noch kaum mehr als sieben Prozent, stieg der Marktanteil ein Jahr darauf bereits auf 16,7 Prozent. Bis Ende dieses Jahres peilt AMD bereits einen Anteil von mindestens 20 Prozent an. Grund dieser Entwicklung war die Entscheidung des Unternehmens, die neuen Doppelkern-Prozessoren zunächst im Business-Segment einzuführen. "Ein Marktanteil von 30 Prozent scheint gar nicht so weit weg für AMD", sagt Polster. "Wir haben die Chancen genutzt, an Intel technologisch vorbeizuziehen."

Der große Rivale Intel hatte dagegen mit seinem Fokus auf den Verbrauchermarkt deutlich an Boden gegenüber seinem Konkurrenten verloren. Während AMD den Umsatz im vierten Quartal 2005 um 45 Prozent aufstocken konnte, kappte der Chipgigant aus Santa Clara erst vor rund einer Woche nach einem Erlöszuwachs von lediglich rund sechs Prozent seine Prognosen. Unter anderem wegen sinkender Marktanteile erwartet das Unternehmen für das laufende Quartal nun einen Umsatz von 8,7 bis 9,1 Mrd. Dollar statt der ursprünglich angepeilten 9,1 bis 9,7 Mrd. Dollar.

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