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16.06.2011

13:47 Uhr

Citigroup

Hackerangriff größer als zunächst bekannt

Der Hacker-Angriff auf die US-Großbank Citigroup hat größere Ausmaße als zunächst bekannt. Das Geldhaus bezifferte die vom Datenklau betroffenen nordamerikanischen Kreditkarten-Konten auf etwas über 360.000.

360.000 US-Kunden sind von dem Hackerangriff auf die Citigroup betroffen. Quelle: ap

360.000 US-Kunden sind von dem Hackerangriff auf die Citigroup betroffen.

New YorkDer Hacker-Angriff auf die amerikanische Citibank war weit größer als zunächst bekannt. Insgesamt hätten die Datendiebe Informationen zu mehr als 360.000 Kreditkarten-Konten nordamerikanischer Kunden erbeutet, erklärte die Muttergesellschaft Citigroup in der Nacht zu Donnerstag in New York. Die Betroffenen seien benachrichtigt worden und hätten zumeist neue Kreditkarten bekommen.

Die Citigroup wandte sich unter dem Druck von Politikern und Ermittlern erstmals öffentlich an ihre Kunden und nannte Details der Attacke. Dabei liegt der Cyber-Angriff bereits mehr als einen Monat zurück. Vor einer Woche hatte die US-Großbank auf Anfrage von Medien lediglich grobe Angaben zu dem Vorfall gemacht. Damals war noch die Rede davon, dass ein Prozent der Kreditkarten-Konten in Nordamerika geknackt worden seien, was gut 200.000 Konten entspricht.

Den Online-Bankräubern fielen bei ihrem Beutezug Namen, Kontonummern sowie Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adressen in die Hände. Allerdings gelang es den Hackern nach Angaben der Bank nicht, an kritische Daten wie Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum, die dreistellige Prüfnummer sowie das Ablaufdatum der Kreditkarte zu gelangen. Erst mit diesen Informationen wäre es möglich, auf Kosten der geschädigten Kunden einzukaufen oder andere schwerwiegende Betrügereien zu begehen.

Große Cyberangriffe

Hacker-Gruppe Anonymous

Den Zorn der Wikileaks-Anhänger bekamen Mastercard, Visa, Paypal und Amazon zu spüren, nachdem sie der Enthüllungsplattform im Sommer 2010 nicht mehr ihre Dienste zur Verfügung stellen wollten. Die lose organisierte Hacker-Gruppe Anonymous attackierte die Server der US- Unternehmen. Sie setzte dabei auf sogenannte DDOS-Angriffe, bei denen ein Web-Server mit Daten-Anfragen überhäuft wird, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

Sony

Durch die Hintertür kamen dagegen die Angreifer, die Mitte April in verschiedenen Online-Netzwerken von Sony Daten stahlen - mehr als 100 Millionen Nutzerkonten könnten betroffen sein. Einige Sicherheitsexperten warfen dem japanischen Konzern vor, seine Server nicht ausreichend abgesichert zu haben. Über die Eindringlinge ist bislang nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.

Stuxnet

Der Computerwurm Stuxnet ist im vergangenen Jahr zum Synonym für Angriffe auf große und wichtige Infrastrukturen wie Industrieanlagen oder Stromnetze geworden. Der raffinierte Schädling war speziell auf eine bestimmte Konfiguration von Siemens-Industriesysteme zugeschnitten. Experten gehen davon aus, dass er geschrieben wurde, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren. Da der Arbeitsaufwand für ein derartiges Programm immens hoch ist, vermuten viele Spezialisten Staaten oder zumindest eine staatlich unterstütze Gruppe hinter dem Angriff. Frank Rieger vom Chaos Computer Club sprach gar von einem „digitalen Erstschlag“.

Gmail

Zu einem handfesten Streit zwischen den USA und China führte ein Angriff auf Googles E-Mail-Dienst Gmail. Im Dezember 2009 erschlichen sich Hacker nach Angaben des Unternehmens Passwörter von Nutzern, darunter seien auch Mitarbeiter der US-Regierung und chinesische Regimegegner gewesen.

Citigroup

Zu den jüngsten Opfern von Hackerangriffen zählt die Citigroup. Kriminelle erbeuteten Daten von mehr als 360.000 nordamerikanischen Kreditkarten-Kunden der US-Bank.

Die Hacker waren bereits am 10. Mai in die nordamerikanischen Citibank-Systeme eingedrungen, erst am 3. Juni begann die Bank damit, die betroffenen Kunden anzuschreiben und ihnen neue Kreditkarten zuzuschicken.

Die Hacker-Angriffe mehren sich in der jüngsten Zeit. In den vergangenen Wochen hatten Attacken auf den Unterhaltungskonzern Sony, den Spielespezialisten Nintendo, den Rüstungsriesen Lockheed Martin sowie auf E-Mail-Konten von Google-Nutzern für Schlagzeilen gesorgt. Am Mittwoch rühmte sich zudem eine Hackergruppe, die Website des US-Geheimdienstes CIA zum Absturz gebracht zu haben. Am Donnerstag war www.cia.gov wieder zu erreichen.

Von

dpa

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