Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2011

13:43 Uhr

Cloud Computing

Bits statt Büchsenfleisch

VonJoachim Hofer

Selbstbedienung im Rechenzentrum: Amazon will seinen Erfolg als Online-Warenhaus auch mit Software und Speicher im Internet wiederholen.

Den Erfolg im Versandgeschäft will Amazon auch bei seinen Cloud-Diensten wiederholen. Quelle: Reuters

Den Erfolg im Versandgeschäft will Amazon auch bei seinen Cloud-Diensten wiederholen.

MünchenBüchsenfleisch oder Unterhosen? Für das Internet-Warenhaus Amazon ist das einerlei. Auf der Homepage des US-Konzerns können die Kunden mit einem einzigen Klick fast alles bestellen, was sich in Päckchen stecken lässt. Mit diesem einfachen Konzept wurde die Firma in 15 Jahren zu einem der bekanntesten Händler weltweit.

Nur Spezialisten wissen allerdings, dass Amazon auch höchst flüchtige Güter vertreibt: Rechenleistung und Speicherplatz. Verblüffend daran ist, dass die auf IT-Dienstleistungen spezialisierte Tochter Amazon Web Services (AWS) im Grunde genauso arbeitet wie die Mutter: Alle Angebote lassen sich mit einem Mausklick ordern.

Das Konzept dahinter nennt sich Cloud Computing. Rechenpower beziehen Firmen dabei wie Strom aus der Steckdose. Die Idee ist noch relativ jung. Wenn Betriebe zusätzliche Computerleistung benötigen, dann hatten sie bislang zwei Möglichkeiten: Sie konnten ein Rechenzentrum bauen oder über mehrere Jahre laufende Verträge mit IT-Dienstleistern wie IBM oder T-Systems abschließen.

Beratung gibt es kaum

Bei AWS hingegen kann sich jedermann übers Internet anmelden und innerhalb weniger Minuten online auf die Rechner zugreifen. „Bezahlt wird rein nach Verbrauch“, sagt Vizepräsident Adam Selipsky. Die Kunden müssen weder in Hardware noch in eigene Programme investieren und sich auch nicht an AWS binden. Einen Server gibt es ab zwei Cent die Stunde.

Die etablierten Anbieter rümpfen angesichts der Niedrigpreise die Nase. Sie werben zwar auch munter mit Cloud Computing. Doch außer Amazon und dem Internetkonzern Google betreibt das Geschäft kaum jemand in dieser extremen Form. Die großen Wettbewerber unterhalten umfangreiche Vertriebsmannschaften und bauen überall auf der Welt Rechenzentren. Das ist teuer. „Wenn ich hierzulande tätig sein will, dann muss ich auch lokal vertreten sein“, sagt Volker Smid, Deutschland-Chef von Hewlett-Packard (HP). Der Konzern aus dem Silicon Valley beschäftigt allein in Deutschland 11000 Menschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×