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12.07.2011

20:40 Uhr

Cloud Computing

VMware stiehlt Microsoft die Show

VonAxel Postinett

Der Kampf um die Wolke nimmt an Schärfe zu. VMware, eines der aggressivsten Cloud-Computing-Unternehmen, bläst zur Attacke auf Microsoft - mit einer neuen Version seiner web-basierten Plattform für Großunternehmen.

Mit Office 365 will Microsoft-Chef Steve Ballmer die Bürosoftware in die Wolke verlängern. Quelle: Reuters

Mit Office 365 will Microsoft-Chef Steve Ballmer die Bürosoftware in die Wolke verlängern.

Los Angeles„Fühlt Ihr den Funken, der von Office 365 ausgeht?“ rief Microsoft Jon Roskill, Corporate Vice President der weltweiten Microsoft-Partnerorganisation, den rund 15.000 Anwesenden der Microsoft-Partnerkonferenz in Los Angeles enthusiastisch entgegen – und erntete Schweigen. Noch immer fühlt sich ein großer Teil der Microsoft-Partner nicht richtig wohl in der Welt der Wolke, in die sich die alte Welt der Bürocomputer auf dem Schreibtisch und Server im tiefgekühlten Keller verflüchtigt.

In der Cloud, der Wolke, liegen die PCs und Server als virtuelles Abbild von sich selbst in gigantischen Rechenzentren. Der Kunde spart die Kosten für Strom, Hardware, Reperaturen und Neuanschaffungen, braucht kein Wartungspersonal vor Ort mehr. Er bezahlt dafür, was er nutzt.

Roskill muss Druck machen. Während das bei den Partnern wenig geliebte Office 365 die Bürosoftware in die Wolke verlängert, ist „Azure“ Microsofts Antwort für Anwendungen, die vollständig in der Cloud ablaufen – von komplexen Systemen zur Datenanlyse über Callcenter- oder Online-Shops bis  Online-Banking. Hier ist die Zurückhaltung im Vertrieb noch größer.

Wenn Großunternehmen in die Cloud expandieren wollen, muss Server-Chef Satya Nadella jedoch sicher sein, dass seine Vertriebsmannschaft bereit ist, auch wenn sie eigentlich lieber hunderte „richtige“ Server mit der dazugehörigen Software verkaufen würde. Denn die Konkurrenz steht schon bereit.

Besonders VMware drängt in den Markt. Das vom ehemaligen Microsoft-Topmanager Paul Maritz 2001 gegründete Unternehmen bietet ausschließlich Cloud-Anwendungen und setzt 2,9 Milliarden Dollar im Jahr um. Die VMworld 2010 in Las Vegas war mit 17.000 Teilnehmern schon größer als die diesjährige Microsoft-Partnerkonferenz. IDC-Analystin Lynn Thorenz sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt: „VMware ist noch nicht so bedeutend wie IBM oder Microsoft, aber sie werden von allen Marktteilnehmern sehr ernst genommen und genau beobachtet.“

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