Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2015

10:47 Uhr

Cloud-gestütztes Marketing

Mit der Wolke zum richtigen Ski

VonAndreas Schulte

Schneller, effizienter, individueller um Kunden werben: Cloud-gestütztes Marketing macht es möglich. Die Branche steht vor einem Boom. Auch kleinere Unternehmen können von Modulen aus der Wolke profitieren.

Grüne Piste oder doch eher doppelschwarz? Die Cloud hilft, den für den eigenen Fahrstil passenden Ski zu finden. Rossignol

Grüne Piste oder doch eher doppelschwarz? Die Cloud hilft, den für den eigenen Fahrstil passenden Ski zu finden.

KölnWelcher Ski gut zum eigenen Fahrstil passt, wissen Kunden von Rossignol ganz genau. Vorausgesetzt, sie sind mit dem Skihersteller in sozialen Netzwerken wie Facebook verknüpft. Rossignol sammelt dort Daten von Skiläufern und analysiert sie mit Hilfe der Rechenleistung aus der Cloud. So können zum Beispiel alle Informationen ausgewertet werden, die die Freizeitsportler zu einem ganz bestimmten Modell oder auch zu einer Piste dort hinterlassen haben.

Aus den Daten leitet Rossignol Verbesserungen für neue Skier ab und kann seinen Kunden passgenaue Empfehlungen geben. „Wenn wir das soziale Profil unserer Kunden kennen, können wir Services anbieten, von denen sie profitieren“, sagt Rossignol-Chef Bruno Cercley.

Exakter werben

Wachstum

40 Prozent aller Marketingausgaben von Unternehmen werden 2019 die digitale Welt betreffen. Heute sind es erst 25 Prozent. Das ergab eine Studie des US-Marktforschers Teradata.

Ansprache

Haupttreiber des Wachstums ist der Wunsch nach einer Personalisierung der Kundenansprache - 51 Prozent aller Verantwortlichen streben danach. Der Wunsch besteht schon länger. „Unter anderem Marketing as a Service ermöglicht dies nun“, sagt Teradata-Experte Darryl McDonald.

Ob Datenanalysen in sozialen Netzwerken wie bei Rossignol, ob E-Mail-Kampagnen oder der Umbau von Onlinekatalogen - zunehmend setzen Unternehmen im Marketing auf Clouddienste. Sie wollen immer rascher reagieren und sind dabei oft mit großen Datenmengen konfrontiert. Eigene Investitionen in Infrastruktur, die aber nicht stetig ausgelastet wird, sind teuer. „Diese Rechenleistung kann wirtschaftlich nur eine Cloudlösung bieten“, sagt Andreas Weiss, Direktor bei Eurocloud, einem Verband der deutschen Cloud-Computing-Wirtschaft.

Rasant nimmt die Digitalisierung im Marketing zu. Die Marktforscher von IDC prognostizieren bis zum Jahr 2018 weltweit einen Umsatzzuwachs von 50 Prozent auf dann 32 Milliarden Dollar für entsprechende Software.

Die Cloud spielt dabei eine wachsende Rolle. „Wir steuern auf einen Marketing-as-a-Service-Markt hin“, sagte IDC-Analyst Gerry Murray bei der Vorstellung der Studie Ende Oktober. Er erwartet, dass fünf bis zehn Prozent der weltweiten Marketingaktivitäten sich bald auf solche Werkzeuge stützen. Die Programme werden dabei über das Internet nach Bedarf bereitgestellt.

Cloud-Computing: Die Cloud macht Schule

Cloud-Computing

Die Cloud macht Schule

Cloud-Lösungen versprechen öffentlichen Einrichtungen große Ersparnisse. So soll Cloud-Computing wachsendem Kostendruck und steigenden Anforderungen gerecht werden. Doch die IT-Umstellung ist schwierig und teuer.

Ganz neu ist Marketing as a Service nicht. Einzelne Anwendungen wie das E-Mail-Marketing werden schon seit Jahren aus der Wolke heraus betrieben. Doch jetzt bringen sich große Anbieter mit Komplettlösungen in Stellung. Dafür haben einige auch zugekauft. IBM etwa hat die Marketing-Automatisierer Silverpop übernommen. Salesforce hatte 2013 die Plattform Exact Target geschluckt.

Die Anforderungen an eine komplette Cloudlösung für das Marketing sind hoch. Eine entsprechende Plattform muss in der Lage sein, verschiedene Informationskanäle wie mobile Webseiten, E-Mails und soziale Medien zu bedienen und die Inhalte von Kunden zu verwalten. Weiss sieht den Markt noch am Anfang: „Die komplette Marketinglösung aus der Cloud ist im Moment nur für große Mittelständler und Konzerne interessant.“ Doch das Angebot wächst. Seit Oktober wirbt Oracle in Deutschland mit „Data as a Service for Marketing“. Das Unternehmen teilt mit, die Lösung biete auf eine Milliarde Nutzerprofile weltweit Zugriff. Darin enthalten seien zum Beispiel Angaben über die jüngsten Einkäufe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×