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22.10.2015

12:10 Uhr

Cloud-Marktplätze

Auf Shoppingtour in der Datenwolke

VonManuel Heckel

Digitale Marktplätze vereinfachen den Zugang zu Cloud-Diensten – mit nur wenigen Mausklicks. Doch Nutzer, die sich virtuelle IT-Kapazitäten kaufen wollen, müssen meist auf Beratung verzichten.

Bei Amazon kann ein IT-Verantwortlicher inzwischen in Sachen Cloud shoppen gehen wie sonst bei Büchern oder Kleidung. Reuters

Cloud-Marktplätze

Bei Amazon kann ein IT-Verantwortlicher inzwischen in Sachen Cloud shoppen gehen wie sonst bei Büchern oder Kleidung.

KölnDas Weihnachtsgeschäft rückt näher - die Server so mancher aufstrebenden Onlineshops mag das überfordern. Abhilfe will die im Sommer gestartete Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE) schaffen, ein Tochterunternehmen des Finanzplatzes Deutsche Börse. Mit wenigen Klicks sollen Unternehmen hier Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speichervolumen einkaufen können, um flexibel auf geänderte IT-Anforderungen zu reagieren.

Ein Marktplatz für Cloud-Ressourcen wolle man werden, sagt Marketingleiter Christoph Bock: „Unser Kerngeschäft ist es, das Handeln von verschiedenen Rohstoffen so einfach wie möglich zu machen.“ Die Rohstoffe sind für ihn virtuelle IT-Kapazitäten.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Hier eine Applikation, dort etwas Rechenleistung - und im Idealfall das alles mit einem Mausklick integriert: Cloud-Marktplätze wollen eine Vielzahl von Hardware- und Softwareprovidern mit möglichen Nutzern zusammenführen. Mittlerweile ist zu diesem Zweck eine Fülle an IT-Umschlagplätzen entstanden, die sich aber in Angebot und Zielgruppe oft unterscheiden. Die Spannbreite reicht von Infrastrukturbörsen wie der DBCE über offene Katalogangebote wie etwa von der Telekom oder dem IT-Distributor Also bis zu systemgebundenen Plattformen, wie sie IBM oder Amazon bereitstellen.

Gerade unerfahrene Cloud-Nutzer können auf diesem Weg relativ einfach einsteigen. „Solche Marktplätze sorgen im Idealfall für einen guten Überblick mit klar strukturierten Angeboten. Die Nutzer wissen so genau, was sie kriegen können“, sagt René Büst, Senior Analyst bei Crisp Research.

Bei Amazon kann ein IT-Verantwortlicher inzwischen in Sachen Cloud shoppen gehen wie sonst bei Büchern oder Kleidung. Die Angebote des Webshops sind in Kategorien sortiert und mit Preisen ausgezeichnet - meist pro Stunde oder genutzter Kapazität. Aufwendige Beschaffungsverfahren, die sonst wochenlang IT- und Fachabteilungen in Beschlag nahmen, sollen so reduziert werden. „Diesen oft quälenden Prozess mussten Unternehmen früher durchlaufen, das wird jetzt vom Aufwand her deutlich reduziert“, sagt Constantin Gonzalez, Lösungsarchitekt bei Amazon Web Services (AWS).

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