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08.03.2012

14:47 Uhr

Cloud

Virtuelle Wolke wird skeptisch betrachtet

VonSusanne Schier, Jens Koenen

Die IT aus der Wolke setzt sich noch mühsam durch - bislang misstrauen viele Unternehmen der Idee noch. Ein neuer Ansatz könnte das eventuell ändern.

Firmenlogo des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard an einem Verwaltungsgebäude. Auch sie wollen von der Cloud proftieren. ap

Firmenlogo des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard an einem Verwaltungsgebäude. Auch sie wollen von der Cloud proftieren.

FrankfurtDie Idee ist simpel. Informationstechnologie wird in Module aufgeteilt, in Zellen, die jedes Unternehmen nach Belieben zusammenstellen kann. "cCell Services" nennt der IT-Riese Hewlett-Packard (HP) diese Idee. Vorgestellt wird sie derzeit auf der Cebit. Dabei steht das erste "c" für Cloud, denn die Services können, sofern es die Kunden wollen, aus der virtuellen Wolke kommen, also über das Internet genutzt werden. Die Programme sind dann in entfernten Rechenzentren installiert, nicht vor Ort beim Kunden. Dass das "c" für Cloud etwas verschämt klein daherkommt, mag vor allem Marketing sein. Doch es ist wohl auch der Erkenntnis von HP geschuldet, dass dort, wo Cloud drin ist, nicht zwingend groß Cloud draufstehen sollte. Denn die Skepsis der Kunden gegenüber dem neuen, von der IT-Industrie erkorenen Trendthema ist noch groß.

Der Branchenverband Bitkom schätzt, dass der Umsatz mit Cloud-Services für Privat- und Geschäftskunden bis 2016 in Deutschland auf rund 17,1 Milliarden Euro steigen wird, von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2011. Doch dazu ist noch viel Vertrauensarbeit nötig. Vor allem Mittelständler fürchten, dass ihre Daten in der Wolke nicht sicher sind und Informationen an Konkurrenten gelangen könnten.

Also müssen neue Geschäftsideen her. Bei "cCells" kann der Kunde wählen, an welchem Ort die jeweiligen Zellen betrieben werden sollen: Hochsensible Daten kann er auf Servern auf dem eigenen Gelände behalten, standardisierte Dienste lagert er in entfernte Rechenzentren aus. "Der Vorteil ist, dass die Kunden frei entscheiden können", sagt HP-Geschäftsführer Michael Eberhardt: "Kunden können, wenn sie etwa mehr IT-Kapazitäten für die Entwicklung einer Innovation benötigen, Teile ihrer intern betriebenen IT vorübergehend nach außen geben." Noch steht HP am Anfang mit dieser Idee. Geht sie auf, soll sie weltweit eingeführt werden. Doch dazu braucht der Konzern die richtigen Partner.

Kommentare (2)

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zarakthuul

08.03.2012, 15:05 Uhr

Forschungs- und Patentunterlagen in der Cloud? Nicht mit mir!
Dafür gibt es bei uns sogar Stand-Alone Rechner ohne Internetzugriff. Was von außen nicht erreichbar ist, kann auch nicht online gestohlen werden! Das würde ich auch jedem anderen Unternehmen mit Entwicklungsabteilungen raten.

s.maier75

08.03.2012, 15:10 Uhr

Datenschutz wird wohl das bestimmende Thema der nächsten Jahre sein (http://bit.ly/zr3lXx), denn immer mehr Nutzer fordern diesen ein. Somit gilt es hier besonders für die anbietenden Unternehmen, alles zu tun, um diesen zu verbessern und auszubauen.

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