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21.10.2015

13:52 Uhr

Cloudcomputing

Unterwegs zwischen zwei Welten

VonManuel Heckel

Die Kombination von externen und internen Rechenzentren erweitert die Möglichkeiten im Betrieb - und kann den Kundenservice verbessern. Doch es ist auch ein durchaus kompliziertes Zusammenspiel und birgt Risiken.

Die Cloud-Dienste verschiedener Anbieter stellen sicher, dass kein Fremder Zutritt auf das Betriebsgelände hat. obs

Die Cloud-Dienste verschiedener Anbieter stellen sicher, dass kein Fremder Zutritt auf das Betriebsgelände hat.

KölnKaputte Heizung, defekte Fenster: Solche handfesten Probleme bearbeiten einige Wohnungsverwaltungen mittlerweile digital. Über eine Software wird bei einer Schadensmeldung direkt der Handwerker beauftragt - nach der Reparatur erfolgt automatisch die Abrechnung. Rechnungen von über 800 Millionen Euro hat so im vergangenen Jahr der Mainzer IT-Dienstleister Aareon abgewickelt, der auf die Wohnungswirtschaft spezialisiert ist.

Ob Schadensportal oder Mieterinformation: Die digitalen Zusatzleistungen für mehr Komfort werden häufig schon in der Cloud bereitgestellt. Dagegen laufen Software und Daten zur alltäglichen Unternehmenssteuerung in der Wohnungswirtschaft oft auch noch traditionell in den firmeneigenen Rechenzentren - ein durchaus kompliziertes Zusammenspiel.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Die Mischung von virtuellen und realen Servern und Rechenkapazitäten beschäftigt intensiv auch die IT-Verantwortlichen anderer Branchen. Zwei Drittel der deutschen Cloud-Nutzer setzen laut einer aktuellen Cisco-Studie auf eine sogenannte hybride Lösung. 47 Prozent verbinden damit die Hoffnung auf eine signifikante Umsatzsteigerung.

Doch das ist kein Selbstläufer: „Durch die Kombination steigt die Komplexität, die IT-Infrastruktur wird nicht einfacher - man benötigt dafür Lösungen“, sagt Lars Göbel, Vertriebsleiter beim Darmstädter IT-Service-Anbieter und Rechenzentrumsbetreiber Darz. Auch explizite Dienstleister für Cloud-Lösungen kämpfen nicht mehr für eine komplette Verlagerung in die Datenwolke, sondern propagieren mittlerweile die Mischlösung. Wo Systeme seit Jahren mit konstanter Auslastung gute Leistung vollbringen, ist ein permanentes Rechenzentrum meist die wirtschaftlichere Lösung.

Für neue Applikationen, zusätzliche Aufgaben oder bei Kapazitätsspitzen kann die Cloud dagegen ihre Vorteile voll ausspielen. „Häufig nachgefragte Einsatzszenarien sind die Datensicherung über die Cloud statt über redundante Rechenzentren und die IT-Unterstützung bei der Expansion ins Ausland“, sagt Matthias Schorer, der beim Cloud-Dienstleister VMWare in Zentraleuropa für Strategieberatung verantwortlich ist.

Wie also gelingt es, die alten und neuen Welten geschickt zu verbinden? Die Ziele: Wechsel aus Kapazitäts- oder Datenschutzgründen sollten jederzeit möglich sein. Arbeitsaufwand für Makeln sollte im Alltag nicht entstehen.

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