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17.01.2007

10:20 Uhr

Computer

Intel mit 39 Prozent Gewinnrückgang

Ihre erbitterte Rivalität kommt die Computerchip-Hersteller Intel und AMD teuer zu stehen. Der andauernde Preiskrieg und hohe Restrukturierungskosten drückten den Intel-Gewinn allein im Schlussquartal um 39 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar.

Intel-Chef Paul Otellini dpa

Intel-Chef Paul Otellini auf dem Entwickler-Forum IDF in San Francisco. (Bild: Intel)

dpa SANTA CLARA. Ihre erbitterte Rivalität kommt die Computerchip-Hersteller Intel und AMD teuer zu stehen. Der andauernde Preiskrieg und hohe Restrukturierungskosten drückten den Intel-Gewinn allein im Schlussquartal um 39 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar.

Das teilte der Branchenführer am Dienstag mit. Auch AMD leidet schwer unter dem Kampf mit dem viel größeren Konkurrenten und hatte vor wenigen Tagen schwächere Ergebnisse für das vierte Quartal 2006 angekündigt. AMD hatte Intel mit neuen Chips verstärkt Marktanteile abgenommen, der Branchenprimus setzte im vergangenen Jahr alle Hebel in Bewegung, um wieder die Initiative zu ergreifen.

Der Intel-Jahresumsatz schrumpfte 2006 um 8,8 Prozent auf 35,4 Mrd. Dollar. Der Jahresgewinn brach um 42,5 Prozent auf fünf Mrd. Dollar oder 0,86 (1,40) Dollar je Aktie ein.

Intel übertraf im Schlussquartal zwar die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Analysten, doch war die Wall Street von der Geschäftsprognose enttäuscht. Die Bruttogewinnmarge für das erste Quartal 2007 dürfte bei 49 Prozent und für das Gesamtjahr bei 50 Prozent liegen, gegenüber 49,6 Prozent im vierten Quartal 2006. Die Intel-Gewinnmargen waren zwischen 2003 und 2005 viel höher - Ende 2005 zum Beispiel bei 61,8 Prozent. Offensichtlich wirkte sich die Schlacht mit AMD um Marktanteile negativ aus. Intel gab als Grund Ausgaben zur Verbesserung der Produktionstechnologie an. Die Intel- Aktien fielen nachbörslich um 3,14 Prozent auf 21,60 Dollar.

Intel-Konzernchef Paul Otellini hatte auf den Verlust von Marktanteilen an AMD und den schlechteren Geschäftsgang mit der beschleunigten Einführung von Hochleistungschips sowie mit kräftigen Kostensenkungen und Personaleinsparungen reagiert. Intel hatte zum Jahresende nur noch 94 100 Beschäftigte gegenüber 102 500 im zweiten Quartal 2006. Unter Ausklammerung von Restrukturierungsaufwendungen sollen im laufenden Jahr die Ausgaben und Betriebskosten um zwei Mrd. Dollar gesenkt werden. Den Kostenplan für das vergangene Jahr habe Intel um 1,7 Mrd. Dollar unterschritten, betonte Deutschlandchef Hannes Schwaderer.

In seiner Produktoffensive bringt Intel unter anderem vor AMD PC- Chips mit vier Rechenkernen auf den Markt. Für das zweite Halbjahr ist der Start der Massenproduktion auf Grundlage der neuen 45- Nanometer-Technologie geplant, mit der leistungsfähigere Chips kostengünstiger hergestellt werden sollen.

Otellini sprach von einem starken vierten Quartal mit höheren Verkaufspreisen und Rekordauslieferungen in den am schnellsten wachsenden Marktbereichen. Vor allem im Server- und Notebook-Bereich seien die Durchschnittspreise nach oben gegangen, sagte Schwaderer. „Und mit den neuen Core-Architekturen konnten wir unseren Vorsprung vor der Konkurrenz weiter ausbauen“, sagte Schwaderer. Von den neuen Mehrkerne-Prozessoren seien 2006 bereits insgesamt 70 Mill. Stück verkauft worden.

In Deutschland konnte Intel seinen Marktanteil weiter deutlich ausbauen, sagte Schwaderer. Genaue Prozentanteile nannte das Unternehmen nicht. Die Technologie-Affinität unter den Kunden sei hier zu Lande sehr ausgeprägt. „Nirgends sonst wurden unsere Dual- Core-Prozessoren so schnell angenommen wie in Deutschland.“ In der Region Europa/Naher Osten/Afrika sackte der Umsatz dagegen um 17 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar ab. In Nord- und Südamerika verbuchte Intel im vierten Quartal eine Umsatzsteigerung von neun Prozent auf zwei Mrd. Dollar. In Japan stagnierte der Umsatz mit 936 Mill. Dollar.

Im Oktober-Dezember-Abschnitt verdiente Intel unter Ausklammerung von bestimmten Sonderfaktoren 30 Cent je Aktie, während die Wall Street auf dieser Basis von 25 Cent je Aktie ausgegangen war. Der Quartalsumsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 9,7 Mrd. Dollar. Für das laufende erste Quartal 2007 erwartet das in Santa Clara (Kalifornien) ansässige Unternehmen einen Umsatz von 8,7 bis 9,3 Mrd. Dollar.

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