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24.01.2007

08:55 Uhr

Computer

Windows Vista soll den PC sicher machen

„Windows Vista ist von Grund auf sicher.“ Ray Ozzie, der neue „Chef-Softwarearchitekt“ von Microsoft, zeigt auf den ersten Blick keinerlei Zweifel, wenn er auf mögliche Sicherheitslücken im neuen Betriebssystem angesprochen wird.

Microsoft startet Vista-Auslieferung dpa

Microsoft startet die Vista-Auslieferung, hier in Südkorea.

dpa HAMBURG. „Windows Vista ist von Grund auf sicher.“ Ray Ozzie, der neue „Chef-Softwarearchitekt“ von Microsoft, zeigt auf den ersten Blick keinerlei Zweifel, wenn er auf mögliche Sicherheitslücken im neuen Betriebssystem angesprochen wird.

In einer ruhigen Minute räumt aber selbst der Nachfolger von Bill Gates auf dem Posten ein, dass es sich bei Windows Vista natürlich um eine Software handele, in der Fehler auftauchen könnten. Doch auch unabhängige Experten sehen Microsoft auf dem richtigen Weg.

„Windows Vista macht in Sachen Sicherheit einen Schritt in die richtige Richtung“, sagt Axel Vahldiek, Vista-Fachmann der Computerzeitschrift „c't“. „Ob sich die Sicherheitsfeatures in der Praxis bewähren, bleibt aber abzuwarten.“ „Es ist kein Zweifel, dass Vista Microsofts sicherstes Betriebssystem ist“, urteilt Natalie Lambert, Analystin des Marktforschungsunternehmens Forrester. „Aber "am sichersten" ist nicht gleichbedeutend mit sicher.“

Windows XP und die älteren Versionen von Windows waren vor allem gegenüber Attacken aus dem Internet extrem anfällig. Erst mit dem Servicepack zwei (SP2) für Windows XP stopften die Microsoft- Programmierer die größten Löcher. Doch auch das SP2 konnte nicht verhindern, dass weltweit hunderttausende unzureichend geschützte Windows-Rechner von Internet-Kriminellen ausgespäht und als infizierte „Zombie-PCs“ für Netzwerkattacken oder das Versenden von unerwünschten Werbemails (Spam) missbraucht wurden.

Damit soll bei Windows Vista nun Schluss sein. Das System achtet zum einen viel präziser darauf, dass möglichst nur zugelassene Software auf dem Rechner installiert wird. Eine runderneuerte Firewall kontrolliert den ein- und ausgehenden Netzverkehr und blockiert verdächtige Datenbewegungen ab. Außerdem soll der „Windows Defender“ so genannte Spyware entlarven, mit der dubiose Werbetreibende im Internet und Kriminelle versuchen, die Internet- Anwender auszuspähen.

Ein wichtiger Baustein in der Schutzwand muss aber von den Microsoft-Kunden hinzugekauft werden, denn Windows Vista wird ohne einen dauerhaften Virenschutz ausgeliefert. In diesem Markt dominieren bislang Anbieter wie Symantec, Mcafee und Kaspersky. Mit „Windows Live Onecare“ steigt Microsoft nun selbst in das Geschäft ein und löste bei den Wettbewerbern im vergangenen Herbst eine Welle der Beschwerden aus.

Vor allem Symantec und Mcafee warfen dem Softwaregiganten mangelnde Kooperation vor. Informationen zu bestimmten Schnittstellen (Apis) und dem Kernel von Vista benötigen die Hersteller, um ihre Schutzsoftware optimal an das neue Betriebssystem anzupassen und ihre Software weiterzuentwickeln. Diese Informationen halte Microsoft jedoch bewusst zurück, warfen die Wettbewerber dem Redmonder Riesen vor.

„Die großen Hersteller haben jahrelange Erfahrungen mit Sicherheitssoftware, die Microsoft überhaupt nicht besitzt“, sagte George Heron, Chefwissenschaftler von Mcafee. Man begrüße Microsofts Initiativen im Sicherheitsbereich durchaus. „Aber wir erwarten, dass sie fair spielen.“ Nach wiederholten massiven Beschwerden auch vor der EU-Kommission hat sich die Lage inzwischen zumindest teilweise entspannt. Rechtzeitig zum Verkaufsstart von Vista am 30. Januar haben alle großen Hersteller ihre neuen Antiviren-Pakete für Vista auf dem Markt.

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