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21.01.2010

13:48 Uhr

Computerbranche

Amazon schickt Kindle auf den App-Pfad

Der Internethändler Amazon wertet sein Lesegerät Kindle auf. Dabei schlägt Amazon einen Weg ein, den bereits der Computerhersteller Apple erfolgreich eingeschlagen hat. Amazon will kleine Zusatzprogramme, die bei Apple "Apps" heißen, vermarkten. Der Computerspielekonzern Electronic Arts ist bereits an Bord.

Jeff Bezos, Chef von Amazon, hält ein Kindle in der Hand. ap

Jeff Bezos, Chef von Amazon, hält ein Kindle in der Hand.

HB SEATTLE. Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon bringt sich gegen den Elektronikkonzern Apple in Stellung. Eine Woche vor der erwarteten Vorstellung eines Tablet-PC von Apple macht Amazon sein konkurrierendes Lesegerät "Kindle" attraktiver. Künftig sollen Software-Entwickler kleine Zusatzprogramme - sogenannte Apps - für den "Kindle" entwickeln.

Außerdem lockt Amazon unabhängige Autoren mit einem höheren Anteil am Verkaufserlös ihrer elektronischen Bücher. Sie sollen künftig 70 Prozent erhalten, etwa das doppelte des bisherigen Erlöses. Dazu müssen sie sich aber verpflichten, den Preis der elektronischen Bücher niedrig zu halten. Ein Exemplar darf nur zwischen 2,99 und 9,99 Dollar kosten und muss mindestens 20 Prozent billiger als die Papierausgabe sein.

Amazon hatte es als erstes Unternehmen geschafft, ein Lesegerät für elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen erfolgreich auf den Markt zu bringen. Gleich mehrere Elektronikkonzerne kündigten Konkurrenzprodukte an. Der aussichtsreichste Angreifer heißt Apple.

Offiziell hat der Konzern Spekulationen über einen sogenannten Tablet-PC zwar nicht bestätigt, aber für die kommende Woche zu einer Produktvorstellung eingeladen.

Beobachter trauen Apple zu, den Markt aufzumischen - wie zuvor mit dem Musikspieler "iPod" und dem multifunktionalen Handy "iPhone". In Internetforen kursieren mittlerweile Gerüchte, Amazon wolle seinen "Kindle" damit bewerben, dass jeder unzufriedene Käufer sein Geld zurückbekommt - und das Gerät trotzdem behalten darf.

Amazon bietet zwei Versionen seines "Kindle" an: eine größere namens "DX" mit einem Bildschirm von 9,7 Zoll (24,6 Zentimeter), die 489 Dollar kostet. Und eine kleinere mit 6-Zoll-Bildschirm für 259 Dollar. 320 000 Bücher sind verfügbar, allerdings fast nur in englischer Sprache. Seit wenigen Tagen können Autoren auch deutsche und französische Werke anbieten.

Der "Kindle" verbindet sich drahtlos mit dem Internet und lädt die elektronischen Bücher aus dem Amazon-Online-Shop herunter. Das Gerät ist das meistverkaufte Produkt von Amazon.

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