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28.03.2011

09:57 Uhr

„Crowdsourcing“

Online-Archiv sucht Kriegserinnerungen

Das Internet kann Erinnerungen an längst vergangene Ereignisse lebendig halten. Die Deutsche Nationalbibliothek sucht nun Dokumente aus dem Ersten Weltkrieg, um diese online zu archivieren.

Ein 70-jähriger Freiwilliger steht im August 1914 in Leipzig neben einem geschmückten Zug mit der Aufschrift "nach Paris!", der Truppen an die Westfront bringen soll. Die Deutsche Nationalbibliothek ruft Privatleute auf, ihre privaten Dokumente einzureichen, um diese online zu archivieren. Quelle: dpa

Ein 70-jähriger Freiwilliger steht im August 1914 in Leipzig neben einem geschmückten Zug mit der Aufschrift "nach Paris!", der Truppen an die Westfront bringen soll. Die Deutsche Nationalbibliothek ruft Privatleute auf, ihre privaten Dokumente einzureichen, um diese online zu archivieren.

FrankfurtErinnerungen an den Ersten Weltkrieg (1914-1918) sollen im Internet lebendig gehalten werden. Die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt sucht persönliche Erinnerungsstücke aus dieser Zeit zum Aufbau eines digitalen europäischen Archivs.

Gesucht werden Fotos, Briefe, Feldpostkarten, Tagebücher, Filme, Tonaufnahmen oder andere Erinnerungsstücke sowie die dazugehörigen Geschichten, berichtet die Bibliothek. Die Souvenirs würden begutachtet, gescannt oder fotografiert und in die Internetdatenbank „100 Jahre Erster Weltkrieg“ eingestellt.

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der digitalen Bibliothek Europeana, der Deutschen Nationalbibliothek und der Oxford University. Auf der Homepage des Projekts können Interessenten das Online-Archiv auch selbstständig mit digitalen Inhalten füllen. Bis 2014 sollen in mindestens zehn europäischen Ländern Kriegserinnerungen gesammelt werden. In England läuft ein ähnliches Projekt („Great War Archive“) bereits seit 2008.

Ziel ist es nach Angaben der Nationalbibliothek, „die privaten Erinnerungen von Menschen verschiedener Nationen an diese europäische Tragödie zu sichern und öffentlich zugänglich zu machen“. Man wolle vor allem „jene Menschen zum Sprechen zu bringen, die ansonsten stumm geblieben wären“. Die Methode, möglichst viele Menschen an der Erinnerungsarbeit zu beteiligen, nennt man „Crowdsourcing“ - Quellensammlung aus der Masse.

Von

dpa

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