Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2011

09:07 Uhr

Cyber-Angriff

Stuxnet-Bruder späht Rechner in Europa aus

Ein neue Schadsoftware beunruhigt IT-Sicherheitsexperten: Der auf europäischen Rechnern aufgetauchte Trojaner ist mit dem berüchtigten „Stuxnet“-Wurm verwandt - und könnte Vorbote einer größeren Cyber-Attacke sein.

Die neue Schadsoftware könnte der Vorbote einer größeren Cyber-Attacke sein. dpa

Die neue Schadsoftware könnte der Vorbote einer größeren Cyber-Attacke sein.

BerlinAuf Computern in Europa treibt offenbar ein „kleiner Bruder“ des berüchtigten Computerwurms Stuxnet sein Unwesen. Die neue Schadsoftware, die den Namen „Duqu“ bekam, ist ein Trojaner, der Entwickler von Industrieanlagen ausspähen sollte, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Symantec in der Nacht zum Mittwoch.

Das Alarmierende: Duqu enthalte Teile des Software-Codes von Stuxnet, des berüchtigten Virusprogramms, das wahrscheinlich das iranische Atomprogramm sabotieren sollte. Stuxnet war so komplex und perfekt, dass Experten mehrere Geheimdienste dahinter vermuten.

Das im Sommer vergangenen Jahres entdeckte Programm war zwar darauf getrimmt, Zentrifugen zur Uran-Anreicherung durcheinanderzubringen. Es konnte im Prinzip aber auf jegliche Art von Industrieanlagen abgerichtet werden.

„Duqu ist im Grunde der Vorbote einer zukünftigen Stuxnet-artigen Attacke“, schreiben Experten von Symantec in einer Analyse. Der Trojaner sammele Daten von Computern und übermittele sie an seine Entwickler.

36 Tage Spionagezeit

Duqu sei auf Computern von sieben oder acht europäischer Unternehmen gefunden worden, die an der Entwicklung von Industrieanlagen-Software beteiligt seien, sagte ein Symantec-Analyst dem Online-Dienst CNET. Die Software sei so programmiert, dass sie sich nach 36 Tagen automatisch von den Rechnern entfernt.

„Wir wissen bisher nicht, wonach genau sie es abgesehen haben.“ Die erste Attacke dürfte bereits auf Dezember 2010 zurückgehen. Den Namen Duqu bekam die Software, weil sie Dateien mit dem Namensteil „ßDQ“ anlegt.

Die IT-Sicherheitsfirma McAfee kam zu dem Schluss, dass mit Duqu auch Unternehmen angegriffen werden konnten, die digitale Zertifikate zur Autorisierung von Websites und Software ausgeben. Mit geklauten Zertifikaten kann man sich im Netz für jemand anderen ausgeben oder gefährliche Programme legal wirken lassen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.10.2011, 10:55 Uhr

Na, wer mag wohl dahinter stecken?
Die New York Times äußerte im Januar diesen Jahres den Verdacht, dass Stuxnet eine patente Koproduktion von us-amerikanischem und israelischem Geheimdienst ist.
Womöglich werden bald die Chinesen wegen Industriespionage und massiver Patentrechtsverletzung vor das UN-(Wirtschafts)kriegstribunal gezehrt.

http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=29&ved=0CFgQFjAIOBQ&url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fpolitik%2Fvirus-stuxnet-und-irans-atomprogramm-zentrifugen-die-sich-zu-schnell-drehen-1.1047249&rct=j&q=stuxnet%20cia%20mossad&ei=5ImeTufeOcPd4QTzyLihCQ&usg=AFQjCNHyz-VnkHDqX6l7oSGD0D8aLxylJQ&cad=rja

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×