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03.02.2012

16:37 Uhr

Cyber-War

Wettrüsten im Netz ist im vollen Gange

VonJens Koenen

Wenn es um Aufrüstung geht, denken viele Wissenschaftler und Politiker nicht nur an Waffen im herkömmlichen Sinne. Immer wichtiger wird die Abwehr im Internet. Hier kommt es zu Angriffen auf kritische Infrastruktur.

Arbeiter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin. Reuters

Arbeiter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin.

FrankfurtIm Internet hat das Wettrüsten der Nationen begonnen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee gestern Abend veröffentlicht hat. Danach messen 36 Prozent der befragten Wirtschaftsführer, Wissenschaftler und politischen Entscheidungsträger in 27 Ländern in Europa der Abwehr von Cyber-Angriffen die gleiche Bedeutung zu wie der Raketenabwehr.

„Der Cyber-War ist Realität, ist ein Krieg mit modernsten Waffen“, sagte Hans Peter Bauer, bei McAfee Vice President für die Region Zentraleuropa, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er sieht vor allem sogenannte kritische Infrastruktur bedroht, also etwa die Versorgung mit Wasser und Energie oder auch Verkehrssysteme.

So wurde vor wenigen Tagen durch ein Protokoll der Transportation Security Administration, der für die Sicherheit von Verkehrsinfrastruktur verantwortlichen US-Behörde, bekannt, dass im Dezember Unbekannte kurzzeitig die Kontrolle über eine nicht näher genannte US-Bahnstrecke übernommen hatten. Sie manipulierten die Signalanlage, es kam zu Verspätungen.

Dabei werden solche Attacken nur in den seltensten Fällen bekannt. „Die meisten Angriffe auf kritische Infrastrukturen werden unter der Decke gehalten. Unsere Studie zeigt aber, wie real und alltäglich die Bedrohung mittlerweile ist“, sagt Bauer. So berichteten 43 Prozent der Befragten, dass sie durch Hacker schon einmal Schäden in der kritischen Infrastruktur zu beklagen hatten. In der Studie des Vorjahres waren es nur 37 Prozent gewesen.

Immer häufiger arbeiten die Hacker-Gruppen dabei im Auftrag von Staaten. „Wir wissen sehr genau, wer da derzeit unterwegs ist. Das sind nicht die kleinen Hacker, das sind die großen weißen Männer, die für gewisse Institutionen arbeiten“, berichtete Stefan Arm, Group Managing Director des Schweizer Finanzdienstleisters UBS, vor wenigen Tagen auf der IT-Tagung des Handelsblatts.

„Einen Stuxnet kann kein einzelner Hacker bauen“, ist auch Bauer von McAfee überzeugt. Stuxnet ist ein Virus, der sich vor Monaten in das Kontroll- und Steuerungssystem vieler Anlagen eingenistet hatte. Er war sehr exakt auf Atomanlagen in Iran ausgerichtet, weshalb Experten Staaten als „Autoren“ des Virus vermuten.

Solche Angriffe auf Anlagen oder ganze Fabriken werden immer leichter. Denn immer mehr Maschinen werden vernetzt, haben also einen Punkt (Schnittstelle), an dem sie eine Verbindung zum weltumspannenden Computernetzwerk besitzen. Fachleute sprechen vom „Internet der Dinge“. Die Maschinen bestellen sich zum Beispiel über das Netz eigenständig den Mechaniker für die nächste Wartung, werden damit aber gleichzeitig auch angreifbar.

„Die Zahl der Geräte mit IP-Nummer, also mit Zugang zum Netz, wird massiv zunehmen. Wir schätzen, dass es in fünf bis zehn Jahren bis zu 50 Milliarden Geräte sein werden. Heute sind es bis zu fünf Milliarden“, sagt Bauer.

Kommentare (1)

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peer

03.02.2012, 11:43 Uhr

oky, langsam kommen wir nun an den Punkt.

Lustig finde ich es schon, wenn sich Lieschen Müller über Datenschutz ereifert, so als wenn an ihren Daten überhaupt jemand ein Interesse hätte und in wirklich bereiten sich die Interessengruppen auf Cyberwar vor. Muss schon sagen, das ganze Dummgeschwätz über Datenschutz ist nur voll die Ablenkung von dem, was wirklich läuft.

Komisch, fast immer werden hier Medienprojekte nur gestartet (Wulff), um von anderen Sachen abzulenken.

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