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28.08.2014

04:03 Uhr

Daten von Bank-Computern gestohlen

Hacker aus Russland greifen JP Morgan an

Hacker haben bei der US-Großbank JP Morgan und weiteren US-Banken vertrauliche Daten gestohlen. Das FBI untersucht nun, ob dahinter eine Racheaktion Russlands stecken könnte – und holt eine bekannte Behörde zu Hilfe.

Mitarbeiter von JP Morgan an der New Yorker Börse: Die US-Großbank ist einem Medienbericht zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden. Reuters

Mitarbeiter von JP Morgan an der New Yorker Börse: Die US-Großbank ist einem Medienbericht zufolge Opfer eines Hackerangriffs geworden.

Washington/New YorkDie Computersysteme der US-Großbank JP Morgan Chase sind einem Medienbericht zufolge Mitte August von russischen Hackern angegriffen worden. Bei der Attacke seien vertrauliche Daten verloren gegangen, meldete Bloomberg News am Mittwoch unter Berufung auf zwei nicht weiter beschriebene Insider.

Ein Mitglied der US-Regierung habe den Angriff auf JPM bestätigt und sogar von vier weiteren Banken gesprochen, die attackiert worden seien, meldete Bloomberg später am Abend. Es soll sich um einen äußerst professionell ausgeführten Cyberdiebstahl sehr großer Mengen von Kundendaten handeln.

Den Quellen zufolge könnten auch große europäische Banken Opfer der Hackerattacke geworden sein. Laut einer Bank, die nicht selbst betroffen gewesen, aber vom FBI gebrieft worden sein soll, wurden sogar Informationen erbeutet, die zur Liquidierung von Kundenkonten genutzt werden könnten.

„Firmen unserer Größe haben es leider fast jeden Tag mit Cyberangriffen zu tun“, sagte eine JPMorgan-Sprecherin dem „Wall Street Journal“, das übereinstimmend mit Bloomberg berichtete. „Wir haben mehrere Verteidigungsebenen, um diesen Bedrohungen zu begegnen“, so die Sprecherin weiter.

Die Bank soll in den vergangenen Wochen einige Mitarbeiter angeheuert haben, die im Verteidigungsministerium Erfahrungen mit Hackerabwehr gesammelt haben. JPM-Chef Jamie Dimon hatte bereits in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre angekündigt, man werde 2014 mehr als 250 Millionen Dollar in die Hand nehmen und etwa 1000 Leute einstellen, um für Cybersicherheit zu sorgen.

Die US-Bundespolizei FBI untersuche nun, ob Russland sich mit einer staatlich gesteuerten Cyberattacke für die jüngsten Handelssanktionen aus dem Westen gerächt haben könnte. Die US-Sicherheitsdienste hätten Spuren gefunden, die auf die Verwicklung einer Regierung hindeuteten, seien sich aber noch nicht sicher. Nun soll auch die NSA bei der Aufklärung mithelfen, hieß es.

Das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen hat sich wegen des Ukraine-Konflikts stark verschlechtert. USA und EU versuchen vor allem mit verschärften Sanktionen Druck auf Russland aufzubauen. Neue Maßnahmen Brüssels hatte Moskau unlängst mit einem Einfuhrverbot auf Agrarprodukte aus der EU beantwortet.

Kommentare (3)

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Herr Dietmar Müller

28.08.2014, 10:01 Uhr

Wie wir sie kennen, haben die Amis das selbst unternommen.
Es werden neue Anschuldigungen, zwecks neuer Drohungen und Maßnahmen, künstlich erzeugt.

Dieser machtgeilen Gesellschaft kann wirklich kein Wort mehr geglaubt werden.

Frau Helga Trauen

28.08.2014, 10:48 Uhr

Genau. Ein Cyberangriff. Und: Russland marschiert in die Ukraine ein. Russland beschießt ukrainische Truppen im Grenzgebiet mit Artillerie. Russland schießt MH17 ab. Russland provoziert mit Aufklärungsflugzeugen in internationalem Luftraum. Russland hat den bösen, machtgeilen Putin. Und nur dank Rasmussens NATO kannn der Westen überhaupt überleben. Der Westen, die Friedensgemeinschaft. Und Russland, diese aggressive nichtdemokratische Gebilde.
Ich habe es einfach satt!

Herr Dieter Schulz

28.08.2014, 12:12 Uhr

Ich würde es tatsächlich gut finden, wenn russische Hacker den westlichen Kapitalismus an seiner empfindlichsten Stelle ohne Waffen und Gewalt angreifen würden. Dieses finanzkapitalistische und menschenverachtende Spekulantentum gehört an der Quelle bekämpft.

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