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05.03.2012

14:37 Uhr

Datensicherheit

Das Web steckt in der Vertrauenskrise

VonJens Koenen

Lange hat die IT-Industrie das Thema Sicherheit auf die leichte Schulter genommen. Doch immer neue Datenskandale sorgen beim Konsumenten für Verunsicherung. Auf der Cebit will die Branche Vertrauen zurückgewinnen.

Auf der Cebit in Hannover wirbt die IT-Branche um Vertrauen. Reuters

Auf der Cebit in Hannover wirbt die IT-Branche um Vertrauen.

FrankfurtHacker spionieren über zehn Jahre den kanadischen Netzwerk-Spezialisten Nortel aus, beim Elektronikkonzern Philips entwenden digitale Eindringlinge 200.000 Kontaktdaten, 24 Millionen Datensätze von US-Kunden der Amazon-Tochter Zappos gelangen in falsche Hände. Das sind Nachrichten nur aus diesem Jahr.

Das Internet ist zu einem gefährlichen Ort geworden. Das weltumspannende Computernetz steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Und da heute alles vernetzt ist, ist die Krise des Webs längst auch eine der gesamten IT.

„Wenn die Konsumenten das Vertrauen in das Internet verlieren, wird das die Verbreitung von Breitband, das Online-Geschäft und die Kommunikation belasten und damit all die Vorteile, die damit verbunden sind“, warnte Julius Genachowski, der Chef der US-Kommunikations-Kommission FCC, vor wenigen Tagen in einer Rede in Washington.

Wenn schon die Amerikaner um die Zukunft des Internets fürchten, heißt das viel. Denn das Land geht traditionell locker mit dem Datenschutz um. Doch das war gestern. Angesichts der massiv wachsenden Zahl von Angriffen fürchtet die US-Regierung nicht nur um die Zukunft des weltweiten Computernetzes. Sie sorgt sich vor allem um die Geschäfte, die dort abgewickelt werden.

Die Experten von Boston Consulting schätzen, dass das Geschäftsvolumen der G20-Staaten im Web bis 2016 auf 4,2 Billionen Dollar steigen wird. 2010 waren 2,3 Billionen Dollar. Eine Summe, die in den Augen der Politik ausreichend Argumente liefert, etwas gegen die Vertrauenskrise zu unternehmen.

So will die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris den Wildwuchs beim Missbrauch privater Daten durch Smartphone- oder Tablet-Software mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung von Anbietern wie Google oder Apple bekämpfen.

Für die IT-Branche ist das eine gefährliche Entwicklung. Andere sind dabei, das Ruder beim Thema Sicherheit zu übernehmen. Sie selbst sind in die Defensive geraten.

Kommentare (8)

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oha

05.03.2012, 15:00 Uhr

kwt

Account gelöscht!

05.03.2012, 15:30 Uhr

Vertrauen zurückgewinnen? Durch clouding??? Da brauche ich weder Firewall noch Antivirensoftware.

Da kann ich meine Daten auch gleich auf den Tisch der US-Konzerne legen. So ein Irrweg!!

btw

05.03.2012, 15:40 Uhr

Jeder von Vernunft geprägte Mensch wird mit Mißtrauen ans Netz gehen.
Mit Recht und Nichten.
Deswegen ist der Header schonmal unter aller Obersau.

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