Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2015

15:04 Uhr

Datenverkehr

Die Angst vor der Cyber-Spionage

VonManuel Heckel

Der gesamte Informationsaustausch über Rechenzentren soll sich in den kommenden fünf Jahren verdreifachen. Mit neuen Lösungen wollen Dienstleister für Sicherheit im rasant wachsenden globalen Datenverkehr sorgen.

Der Netzwerkausrüster Cisco prognostiziert, dass in fünf Jahren drei Viertel des globalen Datenverkehrs, der über Rechenzentren läuft, über die Datenwolke abgewickelt werden. dapd

Der Netzwerkausrüster Cisco prognostiziert, dass in fünf Jahren drei Viertel des globalen Datenverkehrs, der über Rechenzentren läuft, über die Datenwolke abgewickelt werden.

KölnMehr Schutz für persönliche Daten, wenn sie zwischen Ländern ausgetauscht werden - dieses Ziel verfolgt IBM mit der Anwendung „Data Privacy Engine“. Vergangene Woche hat der US-amerikanische IT-Konzern mitgeteilt, dass er ein Patent für die Lösung angemeldet hat. Sie soll für Sicherheit sorgen, wenn sich Informationen grenzüberschreitend zwischen Private Clouds - das sind beispielsweise firmeneigene IT-Strukturen - bewegen. Die Situation sei hier „zunehmend komplex“, erläuterte Christina Peters, Chief Privacy Officer bei IBM. Automatisch sollen künftig regulatorische Vorgaben einzelner Länder sowie Compliance-Regeln von Unternehmen berücksichtigt werden.

Der Bedarf wächst. Laut des im November veröffentlichten „Global Cloud Index“ des Netzwerkausrüsters Cisco werden in fünf Jahren drei Viertel des globalen Datenverkehrs, der über Rechenzentren läuft, über die Datenwolke abgewickelt. Der gesamte Informationsaustausch über Rechenzentren soll sich in diesem Zeitraum verdreifachen. Führend sind aktuell Nordamerika und Westeuropa, die zusammen 82 Prozent des weltweiten Cloud-Datenverkehrs verursachen. Datenschutzkritische Anwendungen würden vor allem in der Private Cloud betrieben, heißt es in der Cisco-Studie.

Schwachstelle Cloud: Sind unsere Daten sicher?

Schwachstelle Cloud

Sind unsere Daten sicher?

Die Grenzen zwischen klassischen IT-Systemen und Cloud-Lösungen verschwimmen zunehmend. Fakt ist: Die Kommunikation über die Cloud nimmt zu. Das bietet Hackern allerdings neue Angriffsflächen.

Die Bedeutung von Sicherheit wird angesichts des raschen Wachstums des Datenverkehrs weiter steigen. Sind Informationen gut geschützt? Zahlreiche Umfragen zeigen, dass dies schon jetzt die vorherrschende Sorge in vielen deutschen Unternehmen ist, wenn es um den Einsatz von Cloud-Computing geht. Nach Ansicht von Experten ist generell noch einiges zu tun: „Die aktuelle IT-Sicherheitssituation ist für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft wie Deutschland nicht angemessen“, sagte Thomas Lapp, Vorsitzender der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit (NIFIS), vor wenigen Tagen bei der Vorstellung der IT-Sicherheitstrends für das kommende Jahr.

Nachhaltige Skepsis hat bei deutschen Unternehmen laut einer NIFIS-Umfrage vor allem das Bekanntwerden der umfangreichen Zugriffsmöglichkeiten fremder Geheimdienste verursacht. Vor allem Mittelständler zeigen sich Studien zufolge beim Einsatz von Cloud-Technik oft zurückhaltend.

Zwar sei die Basis für Sicherheit mit den strengen deutschen Datenschutzgesetzen gelegt, urteilen die NIFIS-Fachleute. Dennoch müsse noch viel passieren, um die Möglichkeiten zur Cyberspionage von allen Seiten zu reduzieren. Große Hoffnung ruht auf dem geplanten IT-Sicherheitsgesetz, das im kommenden Frühjahr in den Bundestag eingebracht werden soll.

Unternehmen wollen auch selbst investieren. Die 100 IT-Sicherheitsverantwortlichen gaben in der NIFIS-Umfrage an, dass sie 2015 ihre Ausgaben in diesem Bereich um über 50 Prozent steigern wollen. Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden 2013 in Deutschland mit IT-sicherheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen 10,8 Milliarden Euro umgesetzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×