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26.10.2011

10:20 Uhr

Denkfabrik

Google sponsert Institut zur Erforschung des Internets

Google finanziert ein wissenschaftliches Institut zur Erforschung des Internets - und darf zur Eröffnung in Berlin einen Abend lang alle Diskussionen um Datenschutz und Kartellrecht vergessen.

Denkmal für Alexander von Humboldt vor dem Eingang der nach ihm benannten Universität in Berlin. Würde der Forscher und Weltreisende heute Google Maps verwenden? dpa

Denkmal für Alexander von Humboldt vor dem Eingang der nach ihm benannten Universität in Berlin. Würde der Forscher und Weltreisende heute Google Maps verwenden?

Wenn deutsche Politiker über Google reden, kommt der Internet-Riese aus Kalifornien meist nicht gut weg: Zu wenig Datenschutz, zu viel Macht, lautet die Klage aus allen Parteien. Doch davon war Dienstagabend in der altehrwürdigen Humboldt-Universität (HU) zu Berlin nicht viel zu hören: Drei Forschungseinrichtungen eröffneten feierlich ein neues Institut, dessen Hauptsponsor Google ist. Und die Politik schickte nicht nur Dankesadressen, sondern lobte auch gleich die „gelebte unternehmerische Verantwortung“.

4,5 Millionen Euro spendet Google in den nächsten drei Jahren - für einen Konzern mit zuletzt 2,73 Milliarden Dollar Quartalsgewinn ein Klacks. Doch in der deutschen Forschungslandschaft ist eine solche Summe viel wert: Ohne Anschubfinanzierung vom Suchmaschinen- Betreiber, so betonen die Forscher, hätte man das interdisziplinäre „Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft“ nicht gründen können.

Vier renommierte Institutionen wollen nun ergründen, wie das Internet die Gesellschaft verändert - zum Auftakt gibt es gleich ein dreitägiges Symposium. Gründer der Denkfabrik sind die Humboldt-Universität - an die das Institut organisatorisch angedockt ist -, die Universität der Künste (UdK) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), allesamt aus der Hauptstadt. Als Kooperationspartner ist das Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung dabei.

Einen Einfluss auf die wissenschaftliche Arbeit habe Google nicht, betonten Forscher wie Sponsor. „Das Sagen hat die Wissenschaft, für die Unterstützung danken wir der Wirtschaft sehr“, sagte Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB. Und Google-Vorstand David Drummond versicherte: „Wir erwarten recht viel Kritik, und wir freuen uns darauf.“

Eine spezielle Konstruktion soll diese Rollenteilung absichern: Das Institut besteht aus Forschungs- und Fördergesellschaft. Die Inhalte der Arbeit legt der wissenschaftliche Arm autonom fest. Die Fördergesellschaft stellt lediglich die Finanzierung. Neben Google sollen künftig auch andere Sponsoren hinzustoßen.

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