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19.01.2005

12:45 Uhr

„Digitalen Musikbericht 2005“

Das Online-Musikgeschäft boomt

Nach schweren Verlusten durch Piraterie meldet die Musikbranche nun erstmals seit Jahren wieder Erfolge. Immer mehr Leute laden demnach legal Musiktitel im Internet oder spielen sie auf ihren Handys ab.

Napster

Mit Napster (Internet-Bild) fing alles an

dpa LONDON. Nach schweren Verlusten durch Piraterie meldet die Musikbranche nun erstmals seit Jahren wieder Erfolge. Immer mehr Leute laden demnach legal Musiktitel im Internet oder spielen sie auf ihren Handys ab. Das habe den Plattenfirmen im vergangenen Jahr zusätzliche Einnahmen von „mehreren hundert Mill. Dollar“ beschert.

Dies teilte der Internationale Verband der Phonoindustrie (Ifpi) am Mittwoch in London in einem „Digitalen Musikbericht 2005“ mit. „Die größte Herausforderung für die Musikindustrie war von Anfang an, das Kaufen von Musik leichter zu machen als das Stehlen“, sagte der Ifpi-Vorsitzende John Kennedy. „Dieser Wunsch wird nun Realität.“ Nach dem Bericht entsteht gerade in schnellem Tempo ein neuer Markt. So hätten Musikfans in den USA und in Europa im vergangenen Jahr 200 Mill. Titel gegen Bezahlung im Internet geladen - zehn Mal so viele wie 2003.

Der Gesamtumsatz des Onlinemarktes im vergangenen Jahr werde auf 330 Mill. Dollar geschätzt. In diesem Jahr wird sich dieser Betrag nach Schätzungen verdoppeln. Die Zahl der Websites für den legalen Musikverkauf sei binnen eines Jahres von 50 auf 230 gestiegen.

„Der US-Markt ist zur Zeit am weitesten entwickelt, doch einige Länder in Europa holen auf“, sagte Barney Wragg von Universal Music International. Vor allem auf dem deutschen Markt sei die Zahl der legal geladenen Musiktitel „dramatisch gestiegen“. Um das Angebot noch attraktiver zu machen, sollen neben Titeln, die auch auf CD zu kaufen sind, künftig vermehrt solche im Internet zur Verfügung stehen, die nicht im Laden erhältlich sind.

Dennoch bleibe die Internetpiraterie - das illegale Downloaden von Hits - ein großes Problem. In der für die Industrie entscheidenden Altersgruppe der 16- bis 29jährigen wisse zum Beispiel überhaupt nur jeder zweite, dass es auch legale Wege gibt, Musik online zu kaufen. Es habe auch noch immer erst jeder Zehnte überhaupt schon einmal Musik im Internet geladen.

„Wir müssen weiterhin sehr aktiv bleiben“, sagte Kennedy. So sollten auch in Zukunft Kampagnen auf die Problematik der illegalen Downloads hinweisen. Gerichtsprozesse gegen illegale Anbieter und Internetpiraten würden ebenfalls weiter angestrebt. „Die Leute müssen verstehen, welche enormen Folgen ihr Tun für die Wirtschaft hat und welche Strafen ihnen persönlich drohen“, sagte Kennedy.

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