Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2015

13:06 Uhr

Digitales Erbe

Die digitale Identität lebt weiter

Den Nachlass eines Verstorbenen zu verwalten, bedeutet oft viel Arbeit. Das gilt heutzutage auch für den digitalen Nachlass. Doch man kann schon zu Lebzeiten dafür sorgen, dass es die Erben dabei etwas leichter haben.

Besonderes Testament: Schon vor dem Tod sollten Internetnutzer festlegen, wer sich um Accounts bei Facebook und Co. kümmert. dpa

Besonderes Testament: Schon vor dem Tod sollten Internetnutzer festlegen, wer sich um Accounts bei Facebook und Co. kümmert.

MünchenWenn ein Mensch stirbt, lebt seine digitale Identität weiter. Kümmern sich die Angehörigen nicht, bleiben Facebook-Account, Mail-Adresse oder Online-Abos aktiv. Doch die Zugänge zu kündigen, ist oft gar nicht so einfach.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) hat vor kurzem eine große Online-Kampagne unter dem Titel #machtsgut gestartet. Dort kann man unter anderem erfahren, dass alle drei Minuten in Deutschland ein Facebook-Nutzer stirbt, ohne dass geregelt ist, was mit geposteten Inhalten, Likes und Fotos passiert. Dabei wird das Problem in Zukunft noch größer. „Die Generation, die das ausführlich nutzt, kommt ja erst“, sagt Sabine Petri, Referentin für Datenschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Grabmal 2.0: Vom Grab auf das Smartphone

Grabmal 2.0

Vom Grab auf das Smartphone

QR-Code kennen wir vor allem aus der Werbung oder von Bahn-Tickets. Doch mittlerweile tauchen die schwarz-weißen Pixelmuster auch an Orten auf, wo wir sie nicht unbedingt erwarten - zum Beispiel auf Friedhöfen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich jemand den verschiedenen Accounts eines Verstorbenen annimmt. „Ich muss mich auf jeden Fall kümmern“, sagt Verbraucherschützerin Petri. Das ist insbesondere bei kostenpflichtigen Diensten wichtig. „Die Kosten laufen unverändert weiter.“ Aber auch bei kostenlosen Diensten wie Facebook, Google oder Twitter sollte man sich darum kümmern, dass der Zugang gelöscht oder das Online-Profil weiter gepflegt wird.

Experten empfehlen, für die Erben eine Liste mit sämtlichen Zugangsdaten zu hinterlassen. „Das ist für die Erben der einfachste Weg, die Accounts zu löschen“, sagt Verbraucherschützerin Petri. „Diese Liste sollte man am besten da abheften, wo man seine anderen Dinge ablegt.“

Einen „klassischen Zielkonflikt“ gibt es dabei nach Ansicht von Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht in München: „Auf der einen Seite sollen wir aus Gründen der Sicherheit ständig unsere Passwörter ändern. Auf der anderen Seite bekommt der Erbe ohne diese Passwörter keinen Zugang zu den Accounts.“

Erbrechtsanwalt Steiner empfiehlt, die Benutzerdaten auf einem USB-Stick zu speichern. Dieser Stick sollte dabei natürlich ebenfalls passwortgeschützt sein, damit Unbefugte diese nicht nutzen können.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×