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13.01.2005

17:30 Uhr

Direkt-Breitbandzugang im Gespräch

Telkom kommt DSL-Konkurrenz entgegen

Die DSL-Konkurrenten der Deutschen Telekom fordern bereits seit geraumer Zeit einen direkten Breitbandzugang zu den Endkunden. Nun ist der ehemalige Monopolist offenbar erstmals dazu bereit.

HB DÜSSELDORF. Der Telekom-Riese habe einen Vorschlag für so genannten Bitstream Access unterbreitet, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) am Donnerstag zu Dow Jones Newswires. Diese Vorleistung richte sich praktisch allerdings nur an Wettbewerber, die im Geschäftskundenmarkt tätig sind. Von den technischen Möglichkeiten her sei der Vorschlag unbefriedigend.

Die Telekom ist auf dem deutschen DSL-Markt dominierend, mehr als 90 % der Direktanschlüsse sind in ihrem Besitz. Um diese Kunden zu erreichen, können Wettbewerber bisher entweder einen Anschluss von der Telekom mieten oder die DSL-Produkte des Bonner Konzerns auf Kommissionsbasis und seit dem Sommer auch auf eigene Rechnung und mit eigenen Preisen vertreiben. Was aus Sicht der alternativen Anbieter bislang fehlt, ist ein direkter Zugriff auf die “letzte Meile“, der ihnen erlauben würde, auch selbst gestaltete DSL-Produkte zu verkaufen. Bitstream Access soll dies ermöglichen.

Um diese auch von der Europäischen Kommission geforderte Variante zu realisieren, hatte der VATM bereits die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post aufgefordert, die Telekom in die Pflicht zu nehmen. Seit Ende vorigen Jahres habe der Konzern nun Angebote unterbreitet, sagte die Sprecherin des Verbandes, der rund 50 Wettbewerber umfasst. Die Telekom selbst sieht das jedoch anders und will nicht von förmlichen Offerten sprechen. Man rede lediglich „im Rahmen ganz normaler Kundengespräche über mögliche breitbandige Vorleistungsprodukte für den Geschäftskundenbereich“, sagte ein Sprecher der Festnetzsparte T-Com.

Ob am Ende tatsächlich ein Angebot daraus werde, sei noch völlig offen. Bei den Gesprächen geht es um eine Zusammenschaltung mit dem Netz der Telekom auf der sogenannten ATM-Ebene. Damit sind Unternehmen mit relativ großer eigener Infrastruktur angesprochen wie QSC, Arcor oder Telefonica. Nötig ist nach Ansicht des VATM allerdings auch ein Anschlusszugang, bei dem die Verbindung mit dem Telekom-Netz am IP-Backbone erfolgt und der sich damit an die im Privatkundenmarkt tätigen Unternehmen wie Internet Service Provider richtet.

Das ATM-Angebot erlaube es den Wettbewerbern zudem nicht, eigene technische Leistungsmerkmale etwa in Bezug auf Bandbreite, Sicherheit oder Qualität einzubringen, sagte die Verbandssprecherin. Grundsätzlich sei es jedoch positiv, dass sich die Telekom jetzt bewegt habe. Nach Darstellung des VATM ist der Einfluss von Bitstrom-Zugang auf Innovation und Wachstum belegt durch Erfahrungen in anderen europäischen Ländern. Unter anderem in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sei bereits ein DSL-Zugang zumindest auf ATM-Ebene möglich. Davon profitiere schließlich auch die Telekom - bei den Auslandsaktivitäten ihrer Töchter T-Online und T-Systems.

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