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20.06.2011

12:28 Uhr

Domain-Endungen

Überfällige Freiheit

VonStephan Dörner

Die Internetregulierung Icann gewährt völlige Freiheit bei Domain-Endungen. Ein überfälliger Schritt in einer Internet-Welt, in der das fast keine Rolle mehr spielt, kommentiert Stephan Dörner.

DüsseldorfDas Ende aller Regeln: Künftig kann jede Firma oder Organisation ihre eigene Top-Level-Domain wie .google oder .berlin errichten – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Schon zuvor hatte ein Wildwuchs unter Regenschaft der internationalen Internetregulierung Icann eingesetzt. Nach und nach wurden mehr oder weniger beliebig neue Endungen wie .info, .name und .biz zugelassen. Schließlich sind freie und attraktive .com-Adressen schon seit dem Internet-Boom Ende der 1990er Jahre quasi nicht mehr zu haben. Viele Endungen wie .pro für „qualifizierte Fachkräfte“, .aero für die Luftfahrt oder .coop für Gesellschaften wurden so gut wie nie benutzt.

Die Erweiterung des Domain-Spektrums um Endungen wie „.info“ und .biz“ war ohnehin schon recht beliebig – die jetzige völlige Freigabe ist daher nur konsequent. Denn die künstliche Verknappung dieser technisch im Grunde unbegrenzten Ressource führte in Zeiten des Dotcom-Booms noch zu einem absurden Wettrennen um jede halbwegs attraktive freie .com-Adresse, die dann nicht genutzt, sondern lediglich gehortet wurde. Manch einer dieser sogenannten „Domain-Grabber“ verdiente etliche tausend Dollar für die „Leistun“, als erster einen attraktiven kommerziell verwertbaren Domain-Namen entdeckt zu haben. Manch einer wurde gar zum Multimillionär.

Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Nur noch selten sorgt der Verkauf von Domain-Namen für Schlagzeilen. Längst geben Nutzer das Gesuchte bei Google oder einer anderen Suchmaschine ein statt zu versuchen, die richtige Domain für ihr Anliegen zu erraten. Insofern ist es nur konsequent, diese für das Internet von heute längst nicht mehr besonders relevante Einschränkung aufzuheben. Den meisten Nutzern wird es nicht einmal auffallen, ob die Website, die sie über Google gefunden oder per Facebook empfohlen bekommen haben, nun mit „.com“, „.info“ oder „.google“ endet.

Kommentare (1)

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hansb

20.06.2011, 12:50 Uhr

Soso. Wenn Sie jetzt noch ein klein wenig nachdenken wird Ihnen (vielleicht) auffallen, dass diese Änderung zwar eine ganze Menge mehr Verwirrung stiftet, aber am Phänomen der Knappheit kaum etwas ändert.

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