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17.11.2014

14:49 Uhr

Drahtlose Datenübertragung

Forscher wollen TV-Frequenzen für WLAN nutzen

Die drahtlose Datenübertragung könnte viel leistungsfähiger werden, wenn bisherige TV-Frequenzen für WLAN-Netze genutzt werden könnten. Eine Studie schlägt vor, diese Frequenzen als Allgemeingut zu nutzen.

Eine Frau surft mit ihrem Laptop im Internet: Die Internet-Versorgung in Deutschland ist nicht überall fehlerfrei. dpa

Eine Frau surft mit ihrem Laptop im Internet: Die Internet-Versorgung in Deutschland ist nicht überall fehlerfrei.

KarlsruheFrei werdende Fernsehkanäle sollten nach einem Vorschlag aus der Wissenschaft künftig für drahtlose Netzwerke zur Datenübertragung für alle genutzt werden. Der Soziologe Arnd Weber vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Netztechnik-Experte Jens Elsner von der Munich Innovation Group regten in einer vom Fachblatt „Telecommunications Policy“ veröffentlichten Studie an, bestimmte TV-Frequenzen als Allgemeingut für ausgedehnte WLAN-Netze zu nutzen, anstatt sie an Mobilfunk-Anbieter zu versteigern.

Den WLAN-Netzen sind gewöhnlich hohe Frequenzbereiche ab 2 Gigahertz zugewiesen. Dort ist die Reichweite allerdings meist auf die Räume eines Hauses begrenzt. Niedrigere TV-Frequenzen, etwa im sogenannten UHF-Band von 470 bis 790 Megahertz, wurden bisher vor allem für die Übertragung von TV-Signalen genutzt. Mit dem Trend zum Internet-Fernsehen (IPTC) werden sie aber zunehmend weniger benötigt.

Die niedrigeren Frequenzen hätten für WLAN den Vorteil, dass die drahtlose Datenübertragung sehr viel besser mit Hindernissen wie Mauern zurechtkommt. Bestehende WLAN-Netze könnten eine Reichweite von mehreren Kilometern erreichen. Damit bieten sich neue Chancen für öffentliche WLAN-Netze in Städten, die für alle frei zugänglich sind.

„Die Realisierung unseres Ansatzes hätte weitreichende Folgen“, erklärte Weber vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT. „Personen, Institutionen und Unternehmen wären bei ihrer digitalen Kommunikation in viel geringerem Maße auf teure Mobilfunknetze angewiesen.“

Die beiden Autoren schlagen nach einer Mitteilung des KIT vom Montag vor, ihren Ansatz auf die Tagesordnung der World Radiocommunication Conference (WRC) zu setzen. Diese von den Vereinten Nationen initiierte Konferenz entscheidet über die weltweite Nutzung von Radiofrequenzen.

Von

dpa

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