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13.01.2009

08:10 Uhr

DSL-Technik per Funk

Die Datenautobahn wird ausgebaut

VonHans Schürmann

Auf dem Land geht vieles langsamer. Surfer müssen sich dort oft noch mit der lahmen Datenübertragung per ISDN begnügen. Das könnte sich bald ändern. Funktechniken sollen auch die Dörfer mit dem schnellen Internet verbinden.

Für die DSL-Anbieter wäre der Ausbau des Glasfasernetzes in ländlichen Regionen ein Zuschussgeschäft. Funktechnik soll Abhilfe schaffen. Foto: dpa gms

Für die DSL-Anbieter wäre der Ausbau des Glasfasernetzes in ländlichen Regionen ein Zuschussgeschäft. Funktechnik soll Abhilfe schaffen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Das kennt man vom Autofahren, in den Ballungszentren der Republik kommt man über die Autobahnen schnell zum Ziel, in den ländlichen Gebieten dagegen geht es auf den Bundes- und Landstraßen deutlich langsamer vorwärts. Ähnlich ist es beim Surfen im Internet. Schnelle kostengünstige DSL-Leitungen, sogenannte Datenautobahnen, gibt es nur in Großstädten und in Ballungsgebieten, in ländlichen Regionen müssen sich die Surfer mit den deutlich langsameren ISDN-Leitungen zufriedengeben oder bereit sein, teurere Tarife für Breitband über Satellit in Kauf zu nehmen.

Laut einer Statistik des Deutschen Städte- und Gemeindetags fehlt rund fünf Millionen Bürgern ein Anschluss an die schnelle DSL-Datenautobahn. Mehr als 600 Gemeinden können ihren Bürgern kein schnelles Internet bieten, obwohl viele Interesse hätten. Das liegt vor allem daran, dass es ein Zuschussgeschäft für die DSL-Anbieter wäre, das bestehende Glasfasernetz bis in die ländlichen Gemeinden auszubauen. Die Zahl der Kunden, die dort wohnen, ist zu gering, damit sich die Investitionen rechnen würden.

Das könnte sich jetzt ändern. Im Zusammenhang mit einem Konjunkturpaket, das die Wirtschaft ankurbeln soll, wurde in den letzten Wochen häufiger über Initiativen diskutiert, die das schnelle Internet auch in abgelegene Regionen bringen sollen. Neben der Deutschen Telekom haben auch andere Firmen einen raschen Ausbau des schnellen DSL-Internetzugangs angeboten. In zwölf bis 15 Monaten könnten flächendeckend Übertragungsraten von mindestens drei Megabytes pro Sekunde geschaffen werden, verkündet der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dessen Mitglieder ebenfalls von möglichen Subventionen profitieren möchten.

„Die Technik ist vorhanden, sie muss nur installiert und genutzt werden“, sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Jede Gemeinde könne sich mit den vorhandenen Systemen ihre kostengünstigste Lösung basteln, so Grützner. Je nachdem, wo der nächste Breitbandzugang verfügbar sei – also das Glasfasernetz der Telekom –, könne entweder Richtfunk oder eine spezielle Funkübertragung sinnvoll sein, um den Bürgern einen schnellen Internetzugang anbieten zu können.

Als billigste Alternative zur Versorgung mit Hilfe von Glasfasertechnik gelten Funklösungen. Dabei spekulieren Mobilfunk- wie auch Festnetzbetreiber auf ein Band von Frequenzen, die durch die Umstellung der Rundfunkübertragung auf digitale Standards frei werden. Könnten Mobilfunker einen Teil dieser Frequenzen nutzen, ließen sich damit die Versorgungslücken beim schnellen Internet schließen.

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