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02.02.2005

17:45 Uhr

Durchbruch kommt aber erst mit niedrigeren Hardwarepreisen

Funk-Chips erobern neue Branchen und Anwendungen

VonC. Löwer und A. Freisberg (Handelsblatt)

In keine andere Technologie setzt die Logistikbranche so große Hoffnungen wie in RFID. Bei der Radio-Frequenz-Technologie sollen winzige Funk-Chips Warenwege lückenlos nachvollziehbar machen – und so Kosten senken. Während der Lebensmittel-Einzelhandel als einer der zukünftigen Hauptanwender die Technik noch testet, setzen andere Branchen RFID schon mit Erfolg ein.

RFID-Chip

RFID-Chip

HB DÜSSELDORF. Basis der Technologie sind ein Lesegerät (etwa ein mobiler Scanner) und ein Transponder, der aus einem Chip und einer Antenne besteht. Die Antenne sorgt dafür, dass Informationen des Chips berührungslos und aus einigen Metern Entfernung abgelesen werden können.

Der Autoverleiher Sixt stattet seine Fahrzeuge seit kurzem mit RFID-Chips aus. Ein Chip von Texas Instruments ist dabei in ein spezielles Etikett integriert, das genau in die Sixt-Schlüsselanhänger passt. Nachdem ein Fahrzeug zurückgegeben, überprüft, gereinigt und aufgetankt wurde, wird der Schlüssel mit dem RFID-Ticket an einen elektronisch überwachten Aufbewahrungsort gelegt. Hier werden die Daten sofort ausgelesen und das Fahrzeug im Reservierungssystem als „verfügbar“registriert. So erhält jeder Sixt-Mitarbeiter einen Echtzeit-Zugriff auf sämtliche gerade verfügbaren Fahrzeuge und er kann diese im Bedarfsfall sofort weitervermieten.

Hauptvorteile der Technologie für viele Branchen: Die Chips werden immer kleiner und sind dabei äußerst robust – Feuchte und Dreck können ihnen in der Regel nichts anhaben. Ein einziges Lesegerät erfasst außerdem bis zu 200 Chips auf einen Schlag. „RFIDs sind besonders für die Produktionslogistik attraktiv und werden dort schon seit längerem angewendet“, sagt Manuela Wahl vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Bei der Ersatzteillogistik im Automobil-, Flugzeug- und Anlagenbau lassen sich durch RFID auf Paletten oder einzelnen Produkten Lieferketten beschleunigen, weil die Chips permanent Informationen über den Bestand und Warenstrom liefern.

Und bei Mehrwegverpackungen oder auch Abfall-Containern kann jederzeit bestimmt werden, wo sich die Waren befinden. „Auf diese Weise lässt sich der Weg von Produkten von der Herstellung über den Handel bis zum Verbraucher oder zur Recyclinganlage verfolgen“, erklärt Wahl. Das sei entscheidend, wenn man zielgenauer planen, Schwund reduzieren, Bestellungen optimieren und Lagerkosten senken wolle.

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