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25.11.2016

10:55 Uhr

DVB-T2 HD

Update fürs digitale Antennen-Fernsehen

Bessere Bildqualität und deutlich mehr Programme: Mit DVB-T2 HD bekommt das Antennen-Fernsehen ein Update. Doch die Nutzer müssen sich rüsten, um nicht in die Röhre zu gucken. Der Countdown läuft bereits.

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. dpa

Neuer Standard fürs Antennen-Fernsehen

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt.

BerlinDie Werbetrommel wird schon kräftig gerührt, die großen Sender riefen bereits zu bundesweiten Aktionstagen auf. Denn im kommenden Jahr könnten Fernsehzuschauer, die ihr TV-Signal über Antenne empfangen, vor einem schwarzen Bildschirm sitzen.

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Die Übertragungswege über Kabel oder Satellit sind von der Umstellung nicht betroffen.

„Was wir vermeiden wollen, ist, dass es in den Elektronik-Shops zu Engpässen und Gedränge kommt“, sagt Stefan Schinzel vom Serviceprovider Media Broadcast, der den Umstieg für die TV-Sender organisiert. Insgesamt seien in Deutschland von der Umstellung 7,4 Millionen Haushalte betroffen. Vielfach dürften Antennen-Fernseher jedoch auch als Zweit- oder Drittgerät genutzt werden.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

8K

Einige Hersteller arbeiten bereits an der nächsten Generation: Nach 4K soll irgendwann 8K kommen. Die Auflösung der Bilder ist erneut um den Faktor vier höher und beträgt 33,2 Megapixel. Damit erlaubt sie noch größere Bildschirme. Allerdings sind die technischen Voraussetzungen noch mangelhaft – so gibt es kaum passende Kameras, auch an geeigneten Komprimierungsverfahren fehlt es. Abgesehen davon stellt sich die Frage, wie groß das Wohnzimmer für solche Fernseher sein muss.

Quantum Dots

Eine vergleichsweise neue Technologie sind Quantum Dots, deutsch: Quantenpunkte. Dabei handelt es sich um winzig kleine Nanokristalle, die Licht sehr exakt in bestimmten Wellenlängen ausstrahlen können. So lassen sich sehr satten Farben erzeugen. Quantum Dots ermöglichen es, die Bildqualität von herkömmlichen LCD-Displays weiter zu verbessern.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

DVB-T2 HD

Das digitale Antennenfernsehen DVB-T wird weiterentwickelt: Über DVB-T2 HD bekommen Zuschauer mehr Kanäle mit zumeist besserer Auflösung. Für den Empfang der Privatsender wird dann allerdings eine Abogebühr fällig, die bisher mit einem einstelligen Eurobetrag taxiert wird.

Mit der Umstellung wird es erstmals möglich sein, Fernsehen über Antenne in HD-Qualität zu empfangen. Und das, obwohl die für terrestrisches Fernsehen verfügbaren Frequenzen knapper werden. Denn ein Teil wurde über die sogenannte Digitale Dividende für mobiles Breitband-Internet umgewidmet.

„Das alte Frequenzband ist bereits an Mobilfunkunternehmen versteigert worden“, sagte Schinzel. Mit dem neuen Standard werden die Frequenzen nun deutlich effizienter genutzt. Ergebnis: Bis zu 40 Programme können in verbesserter Qualität ausgestrahlt werden.

In ersten Ballungsgebieten sind sechs Programme in DVB-T2 HD bereits seit Mai im Testbetrieb verfügbar. Wer das Signal empfangen will, benötigt eine entsprechende Settop-Box, die auch die neue, datensparsamere Videocodierung HEVC unterstützen. Insgesamt bieten derzeit 24 Hersteller entsprechende Geräte an, die auch das alte Signal noch empfangen.

Manche neuen Fernseher-Modelle können DVB-T2 auch direkt ohne Zusatzbox empfangen. Ein grünes Logo der Industrie mit dem Schriftzug DVB-T2 HD soll alle kompatiblen Geräte auszeichnen.

Die Privatsender ProSieben, Sat.1 und RTL lassen sich den Empfang jedoch ab 2017 bezahlen. Ab dem 1. Juli 2017 sind dafür über die TV-Plattform Freenet TV 69 Euro pro Jahr fällig, also 5,75 Euro im Monat. In einer Übergangsphase von drei Monaten sollen die privaten Sender noch kostenlos empfangbar sein, dann müssen die Nutzer einen Voucher erwerben und die Sender freischalten. Die öffentlich-rechtlichen Programme strahlen weiterhin kostenlos aus.

Kommentare (3)

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Herr Norbert Bühler

25.11.2016, 13:53 Uhr

Ich steige sowieso in Kürze auf Netflix um, dann brauche ich nicht mehr irgendwelchen Sendungen und deren Zeiten hinterherlaufen.

Account gelöscht!

25.11.2016, 17:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

29.11.2016, 17:08 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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