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02.06.2014

08:28 Uhr

Einblick

Datenwolken wachsen schnell

VonSteffen Ermisch

Digitale Informationen sind rund um den Globus 4,4 Billionen Gigabyte groß. Trotzdem wird der Bedarf nach noch mehr Speicherleistung rasant zulegen. Mit den Datenwolken wachsen außerdem auch die Investitionen.

Studienautoren sagen einen rasanten Wechsel von klassischer IT zum Cloud-Computing voraus. dpa

Studienautoren sagen einen rasanten Wechsel von klassischer IT zum Cloud-Computing voraus.

KölnAuf Servern rund um den Globus befinden sich digitale Informationen, die zusammen 4,4 Billionen Gigabyte groß sind. Das schätzen Analysten von IDC in einer für das IT-Unternehmen EMC erstellten Studie. So beeindruckend schon die heutige Speicherleistung klingt - der Bedarf wird rasant zulegen.

EMC prognostiziert, dass sich der weltweite Datenbestand bis zum Jahr 2020 verzehnfacht. Die Studienautoren sagen dabei einen rasanten Wechsel von klassischen IT-Strukturen zum Cloud-Computing voraus. Seien heute knapp 20 Prozent aller Daten an die Cloud angebunden, werde dieser Anteil auf 40 Prozent steigen.

Private Clouds im Überblick

Apple: Geisterwolke im Hintergrund

Apple hatte im Juni sein iCloud-Konzept vorgestellt. Anders als bei Google wandert dabei nicht gesamte Anwendung ins Internet. Es werden lediglich die Daten ausgelagert, die so an jedem Gerät immer synchron sind. Der Vorteil: Es handelt sich nach wir vor um native Anwendungen, die speziell für das jeweilige Gerät angepasst sind. Die Wolke arbeitet unsichtbar im Hintergrund.

Kosten und Speicherplatz: Apple bietet fünf bis 50 Gigabyte Speicherplatz im Netz. Fünf Gigabyte sind gratis, für mehr müssen Anwender zwischen 16 und 80 Euro im Jahr bezahlen.

Amazons Musik-Wolke

Amazons Cloud-Angebot für Privatanwender, genannt Cloud Drive, glänzt vor allem als mobile Musikspeicherplattform im Internet. Mit dem Dienst „Cloud Player“ können Nutzer Musik auf jedem beliebigen Computer mit Internetanschluss direkt im Browser abspielen.

Kosten und Speicherplatz: Bei Amazons Cloud-Dienst bekommen Kunden fünf Gigabyte Speicherplatz kostenlos gestellt. Wer ein MP3-Album kauft, erhält seine virtuelle Festplatte für ein Jahr auf 20 Gigabyte aufgestockt. Ansonsten ist das Preismodell einfach: Ein Gigabyte Speicher kostet einen Dollar pro Jahr, man kann bis zu einem Terabyte (1000 GB) aufstocken. Der Speicherplatz von einem Gigabyte fasst im Durchschnitt etwa 250 Songs.

Microsofts virtuelle Festplatte

Auch Microsoft hat eine virtuelle Festplatte im Angebot: Windows Live Skydrive. Voraussetzung ist ein kostenloser Account beim Windows-Live-Dienst von Microsoft. Die Dateien können mittels Browser (Internet Explorer, Apples Safari und Mozilla Firefox werden unterstützt) verwaltet werden. Auch ein Zugriff über Smartphones mit Windows Phone 7 ist möglich. Die Größe der Dateien ist auf 100 MB begrenzt. Besonderer Vorteil: Teil des Online-Services sind abgespeckte Versionen von Microsoft Word, Excel, Powerpoint und Onenote, mit denen Dokumente direkt im Browser bearbeitet werden können – auch wenn Office nicht installiert ist.

Kosten und Speicherplatz: Der kostenlose Speicherplatz ist mit 25 Gigabyte großzügig bemessen und lässt sich nicht vergrößern.

Dropbox

Dropbox ist eine bereits etablierte private Cloud-Speicher-Lösung für Windows, Mac, Linux und diverse Smartphone-Systeme von Android über iPhone bis zum Blackberry. Überall kann auf die in der Dropbox hinterlegten Daten zugegriffen werden. Die Daten sind verschlüsselt auf Amazons Cloud-Server gespeichert. Unterordner können auch für andere Dropbox-Nutzer freigegeben werden.

Speicherplatz und Kosten: Den Nutzern stehen Speichergrößen von zwei Gigabyte (gratis) bis 100 Gigabyte zur Verfügung. Der kostenlose Speicherplatz kann durch das Werben neuer Nutzer vergrößert werden.

Mit den Datenwolken wachsen auch die Investitionen, die Firmen weltweit in Cloud-Dienste tätigen: Die Marktforscher von Forrester beziffern die derzeitigen Ausgaben für passende Software, Hardwareplattformen und Infrastruktur auf 28 Milliarden Dollar. Bis 2020 werden die Ausgaben auf 258 Milliarden Dollar steigen. So fließen 45 Prozent der IT-Budgets in die Cloud.

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