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15.03.2013

13:19 Uhr

Eindrücke vom Galaxy S4

Lebensbegleiter im Plastikgewand

Die Erwartungen waren hoch: Was kann das Galaxy S4? Erste Tests nach der Enthüllung des Smartphones zeigen, dass Samsung nicht nur die Hardware aufgerüstet hat, sondern auch mit neuen Software-Funktionen punkten will.

Samsung

Beeindruckend: Das kann das neue Galaxy S4

Samsung: Beeindruckend: Das kann das neue Galaxy S4

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DüsseldorfDie technischen Daten kursierten schon vorher, die neuen Software-Funktionen noch nicht: Samsung hat sein neues Top-Smartphone Galaxy S4 vorgestellt. In ersten Schnelltests kommt das Gerät gut weg – für Begeisterungsstürme sorgt es allerdings nicht. Ein Überblick.

Das Fachmagazin Connect lobt die „kontraststarke und brilliante Darstellung des AMOLED-Displays“ mit seiner Bildverbesserungsfunktion sowie die „verzögerungsfreie und intuitive Bedienung“. „Einzige echte Angriffsfläche“ sei das Plastikgehäuse. Das sei zwar eine „ganze Ecke hochwertiger“ als beim Vorgänger, im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie dem Sony Experia Z oder dem HTC One schneide das S4 hier aber schlecht ab.

Das S4 spreche die gleiche Designsprache wie sein Vorgänger, treibe aber die technische Ausstattung an die Grenzen des Machbaren, schreibt das Technikblog Cnet. Das gelte für den größeren Bildschirm, die höhere Auflösung, den ergiebigeren Akku und den schnelleren Prozessor. Ein „Killer-Feature“ hat der Autor beim ersten Test aber nicht entdeckt.

Die Hardware rücke ohnehin in den Hintergrund, betont das Portal AndroidPit. Der durchaus leistungsfähige Prozessor sei mit keinem Wort erwähnt worden, stattdessen habe Samsung die Software betont, die den Alltag erleichtern soll, und das Gerät gar als „life companion“ bezeichnet, also als Lebensbegleiter. „Was das Samsung Galaxy S4 so einzigartig macht, ist die schiere Anzahl der Zusatzfunktionen“, meint Autor Andreas Seeger.

Als Betriebssystem ist die derzeit aktuelle Android-Version 4.2.2 (Jelly Bean) installiert. Darüber legt der Hersteller seine eigene Oberfläche Touch Wiz und fügt etliche Zusatzfunktionen hinzu.

Das Galaxy S4 im Überblick

Android mit eigenem Twist

Als Betriebssystem setzt Samsung Android 4.2.2 (Jelly Bean) ein. Allerdings nimmt der südkoreanische Konzern etliche Anpassungen vor.

Gehäuse aus Plastik

Während Apple sein iPhone mit Metall und Glas kleidet, verwendet Samsung weiterhin Plastikgehäuse. Dafür wiegt das S4 mit einem Gewicht von 130 Gramm nur wenig mehr als der Apple-Konkurrent.

Steuerung mit Augen und Gesten

Das S4 lässt sich nicht nur mit Fingergesten bedienen: Es erlaubt auch eine Steuerung mit Augen oder Handbewegungen – „Smart Scroll“ heißt die Funktion. Und das Gerät erkennt, ob gerade der Blick vom Display abgewendet ist, und pausiert dann das gerade abgespielte Video.

Fitness-Trainer an Bord

Samsung hat die Gesundheits-App S Health entwickelt, die sportliche Aktivitäten des Nutzers aufzeichnen und Mahlzeiten protokollieren kann. Zudem soll Zubehör wie ein Pulsmesser auf den Markt kommen.

Größerer Bildschirm

Der Bildschirm des S4 ist mit einer Diagonale von fünf Zoll (12,7 Zentimeter) ein bisschen größer als der des Vorgängers. Um das Gerät zu bedienen, bedarf es schon beider Hände. Die AMOLED-Technologie sorgt für knackig scharfe Bilder. Die Auflösung erlaubt eine Darstellung in Full-HD (1920x1080 Pixel). Trotzdem ist das Gerät 7,9 Millimeter dünn.

Kamera mit Extra-Funktionen

Die Hauptkamera an der Rückseite hat eine Auflösung von 13 Megapixeln und damit ähnlich viel wie andere Spitzenhandys. Die Kamera an der Frontseite kommt auf 2 Megapixel. Punkten will Samsung mit Sonderfunktionen – so ist es möglich, mit beiden Kameras gleichzeitig zu knipsen und beide Bilder zusammenzufügen, so dass auch der Fotograf im Bild ist. Eine Funktion namens „Eraser“ löscht bestimmte Objekte, etwa wenn eine Person durchs Bild läuft.

Bis zu acht Rechenkerne

Samsung liefert das S4 mit unterschiedlichen Prozessoren aus – je nach Auslieferungsland. In einigen Geräten steckt ein neuer Achtkern-Prozessor aus eigener Entwicklung, der Exynos 5 Octa, in anderen ein Vierkern-Chip.

Fernbedienung für den TV

Das S4 hat eine Infrarotschnittstelle, die das Handy zur Fernbedienung für TV und Blu-ray-Player macht. Die Kopplung dauert nur wenige Minuten.

Stolzer Preis

Samsung empfiehlt für die Variante mit 16 Gigabyte einen stolzen Preis von 730 Euro, allerdings ist das Gerät im Handel bereits für deutlich weniger zu haben.

So rüstet Samsung die Kamera auf. Der Fotograf kann sein Konterfei in ein Bild montieren – die Zweitkamera macht es möglich. Das Technikmagazin „Wired“ findet den Effekt aber „in einem negativen Sinn kitschig“. Und es macht sich darüber lustig, dass Nutzer ein Bild jetzt mit einen Sound versehen können: „Wäre es nicht besser, einfach ein Video zu drehen?“ Besser kommt die Löschfunktion weg, die bewegliche Objekte wie durchlaufende Passanten aus einem Foto herausschneidet. Fazit: Die S4-Kamera habe herausragende Funktionen, aber auch Features, die aus einem Brainstorming-Meeting zu stammen scheinen.

Das Gerät soll sich auch ohne Berührung bedienen lassen. Schwebt der Finger beispielsweise über einer E-Mail, erscheint eine Vorschau-Box. Und mit Wischgesten vor der Kamera blättert der Nutzer durch Fotos oder startet eine App – „Air Gesture“ nennt Samsung dieses Feature. Das funktioniere prima, sei aber nicht mehr als ein Gimmick, meint Matthias Kremp von Spiegel Online. Auch mit der Augensteuerung „Smart Scroll“ kommt er schnell zurecht. „Ganz zuverlässig funktioniert das im Kurztest aber nicht. Immer mal wieder passiert nichts, wenn ich die Funktion ausprobieren will. Offenbar ist das Handy irritiert, weil mir Beobachter über die Schulter schauen.“

Die Dolmetscher-App S Translater muss allerdings noch beweisen, dass sie ihr Handwerk versteht. Sie soll Sätze in acht Sprachen übertragen können, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch und Chinesisch. „Beim ersten Test klappt das mittelmäßig“, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Den englischen Satz „I am in New York right now“ habe die Spracherkennung als „I am ugly all right now“ interpretiert. „Da kann dann auch die deutsche Übersetzung nicht besser werden.“ Vielleicht habe das auch an den Hintergrundgeräuschen gelegen, meint Autor Andreas Menn.

Von

chk

Kommentare (5)

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Stephan

15.03.2013, 14:58 Uhr

Ok, bei Apple dachte ich mir, dass ich so ein Smartphone nicht wirklich brauche, jetzt habe ich doch eins und es ist schon ok. Verwende keine einzige App, aber mal zw.durch surfen - super!
Das neue Smartphone allerdings erscheint mir vollkommen übertrieben. Die Koreaner sollten nachdenken, wo sie ihre Software reinstecken können, denn die scheint nicht schlecht zu sein. Allerdings gehört sie nicht in das Handy, denn die Gimmicks sind zum größten Teil unnütz. Das Handy liest sich shcon so übersättigt, dass Samsung nur noch mit dem coolness-faktor spielt. Tolle Aussichten für den Kunden, der sein Produkt noch ernstnehmen möchte... Aber die USAmerikaner sind in Kauflaune und es dauert wohl noch eine Weile, bis die Leute wieder an AppleStores Schlange stehen. Apropos: Wie teuer soll eigentlcih das gute Stück werden? 600? 700? mit 8 Kernen wohl eher 750 €? Wenn ich da die Wahl hätte, dann lieber bei dem Preis ein iPhone oder doch lieber 3 Tage im schönen Hotel...

Account gelöscht!

15.03.2013, 15:00 Uhr

Ein Smartphone in dieser Preisklasse kaufe ich erst, wenn der Support stimmt. Das bedeutet: Anbieter und Hersteller müssen mir schriftlich zusagen, das Gerät mindestens 5 Jahre lange mit regelmäßigen Updates zu versorgen. Ebenfalls muss das Unternehmen sich dazu verpflichten, das Gerät im Schadensfall auch nach Ablauf von 5 Jahren reparieren zu können. Die Tatsache, dass in der Zeit eine technologische Weiterentwicklung erfolgt, ist zwar eine feine Sache, aber als Kunde möchte ich mein Smartphone nicht entsorgen müssen, nur weil die Hersteller in einem immer höheren Tempo Neuheiten präsentieren, während sie ihre Bestandskunden mit bautechnisch älteren Produkten grob vernachlässigen (insbesondere in Fragen der Updates). Sollte dies von Herstellerseite nicht schriftlich zugesagt werden können, komme ich als Kunde nicht infrage.

Samsung-LIKE

15.03.2013, 15:43 Uhr

Sumsung will Apple sein, aber es ist nicht Apple. samsung will kein Android sein, doch es ist ein Android: http://mac-harry.blogspot.de/2013/03/samsung-will-apple-sein.html

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