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05.10.2011

21:58 Uhr

Eklat auf Softwaremesse Openworld

Oracle-Chef verbietet Gründer von Salesforce den Mund

VonAxel Postinett

Einmal mehr scheint es zwischen Oracle-Chef Ellison und Salesforce-Gründer Benioff zu krachen. Ellison hat eine Rede seines früheren Mitarbeiters bei der Openworld gestrichen. Grund soll eine Lästerattacke gewesen sein.

Oracle-Chef Ellison hat kurzfristig seinem früheren Mitarbeiter Benioff eine Rede auf der Softwaremesse Openworld gestrichen. AFP

Oracle-Chef Ellison hat kurzfristig seinem früheren Mitarbeiter Benioff eine Rede auf der Softwaremesse Openworld gestrichen.

San FranciscoEklat auf der Openworld. Oracle-Chef Larry Ellison hat Marc Benioff, Gründer von Salesforce.com und früherer Oracle-Angestellter, kurzfristig seine Grundsatzrede auf der Softwaremesse Openworld in San Francisco gestrichen. „Sorry, ich weiß nicht warum. Larry hat gerade meine Rede für morgen abgesagt. Ich bin enttäuscht“, twitterte Benioff am späten Dienstag. Mittlerweile ist er schlauer. "Ich habe einen Fehler gemacht", räumt er auf Nachfrage ein. "Ich habe nach Larrys Keynote am Sonntag getwittert 'Larry hat eine niedrige Messlatte gelegt'. Das hat er persönlich genommen. Das tut mir leid. Ich habe ihm auch eine Entschuldigungs-E-Mail geschrieben."

Super-Ego Ellison und Benioff, Gründer der Cloud-Computing-Firma Salesforce, waren früher schon heftig aneinandergeraten. 2008 hatte der Oracle-Chef Cloud-Computing noch als kompletten Unfug bezeichnet, im vergangenen Jahr jedoch dann eine eigene Lösung auf Basis von Sun-Servern angekündigt, „out of the box“ – Benioff hatte darauf amüsiert mit der Bemerkung reagiert, ob schon jemals jemand eine Wolke in einer Schachtel gesehen hätte. Auf der Salesforce-Hausmesse Dreamworld hatte Benioff in seiner Rede die Zuhörer zuletzt vor den „falschen Clouds“ gewarnt, Anbieter, die nur so tun würden, als ob sie Cloud-Computing anbieten – und Oracle in diese Liste mit aufgenommen.

Oracle erklärte auf Anfrage, aus organisatorischen Gründen hätte die Rede auf Donnerstag morgen 8.00 Uhr verlegt werden müssen. Allerdings: Donnerstag ist der Morgen nach der großen Oracle-Party auf Treasure Island in mitten der San Francisco Bay mit einem Auftritt von Superstar Sting als Hauptevent. Außer Benioffs Ansprache gibt es praktisch keine anderen Aktivitäten am nächsten Morgen. Donnerstag ist schlicht Abreisetag für die rund 45.000 Teilnehmer.

Der verärgerte Salesforce-Chef hat sich ein Restaurant im Hotel St. Regis gemietet und dort eine improvisierte Präsentation abgehalten. Nicht ohne erneut mächtig gegen Oracle und seine falsche Strategie auszuteilen.

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