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20.01.2006

11:53 Uhr

Elektronik

Streit um Strafzölle auf Hynix-Produkte

Südkorea hat verärgert auf einen Beschluss der japanischen Regierung zur Verhängung von Strafzöllen gegen den koreanischen Chiphersteller Hynix reagiert.

dpa SEOUL. Südkorea hat verärgert auf einen Beschluss der japanischen Regierung zur Verhängung von Strafzöllen gegen den koreanischen Chiphersteller Hynix reagiert. Zusammen mit Hynix und anderen Behörden werde derzeit überprüft, neben anderen Gegenmaßnahmen den Fall auch vor die Welthandels-Organisation (WTO) zu bringen, teilte am Freitag das Handelsministerium in Seoul mit.

Japan habe Südkorea mitgeteilt, mit Wirkung vom 27. Januar für fünf Jahre einen Ausgleichszoll von 27,2 Prozent des Einfuhrpreises gegen Chipprodukte von Hynix zu verhängen. Dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Dram-Speicherchips werden Wettbewerbsverzerrungen wegen angeblich staatlicher Beihilfen vorgeworfen. Ausgangspunkt der Maßnahme waren entsprechende Beschwerden japanischer Chiphersteller. Die Regierung in Seoul und Hynix wiesen die Vorwürfe zurück.

Das südkoreanische Handelsministerium bedauerte die Entscheidung Japans. Der Schritt könnte sich „negativ auf die Zusammenarbeit in der Halbleiterindustrie sowie auch auf den bilateralen Handel und die industrielle Kooperation der beiden Länder auswirken“, warnte das Ministerium. Hynix setzte nach südkoreanischen Angaben im vergangenen Jahr Dram-Chips im Wert von 506 Mill. Dollar in Japan ab. Damit habe es einen Marktanteil von 16 Prozent in diesem Segment im Nachbarland gehabt.

Hynix spielte unterdessen die möglichen Auswirkungen durch japanische Strafzölle gegen Dram-Chips aus der Produktion in Südkorea herunter. Das Unternehmen werde die Produktion in Auslandsfabriken nutzen und den Verkauf von Nicht-Speicherchips fördern, um die Folgen gering zu halten, hieß es.

Mit mehreren Rettungsaktionen und Sanierungsprogrammen wurde Hynix vor einigen Jahren von seinen Gläubigern vor dem drohenden Zusammenbruch gerettet. Die USA und die EU hatten vor knapp drei Jahren ebenfalls Speicherprodukte von Hynix mit hohen Importzöllen in Höhe von 44,3 Prozent beziehungsweise 34,8 Prozent belegt. Die Maßnahmen wurden mit „unfairen“ Subventionen der Regierung begründet.

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