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08.01.2013

20:34 Uhr

Elektronikmesse CES

Chips für Fernseher, Spiele und Autos

VonChristof Kerkmann, Axel Postinett

Die Chiphersteller trauen sich in neue Geschäftsbereiche: Intel will mit seinem neuen Chip groß im Markt mit mobilen Geräten einsteigen. Konkurrent Nvidia setzt auf eine mobile Spielkonsole.

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Las VegasIntel will neben PCs auch Smartphones und Fernseher antreiben, Nvidia eine Spielkonsole bauen: Mehrere Chiphersteller haben auf der CES in Las Vegas angekündigt, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Intel, Fast-Monopolist bei PC-Prozessoren, zielt mit seinem neuen Chip – Codename Lexington – auf preisgünstige Smartphones, die vor allem in Ländern wie China, Indien und Brasilien gefragt sind. Gerade hier erwarten Marktforscher in den nächsten Jahren einen Boom der mobilen Geräte. Der Prozessor ist für die Zusammenarbeit mit dem Google-System Android optimiert – bitter für den alten Partner Microsoft.

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Auf der Elektronikmesse CES wollen die Hersteller mit Ultra-HD die Kauflust anstacheln.

Es ist nicht der erste Versuche von Intel, im rasant wachsenden Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Der Chip-Riese trifft jedoch auf starke Konkurrenz, denn auf mobilen Geräten kommen zumeist Prozessoren nach dem Design der britischen Firma ARM zum Einsatz.

Gleichzeitig versucht Intel, Notebooks im Wettbewerb mit Tablet-Computern attraktiver zu machen. Der Chiphersteller kündigte an, dass künftige Ultrabook-Generationen Touchscreen und Sprachsteuerung haben müssen. Das Unternehmen hatte die Kategorie der leichten und leistungsfähigen Rechner erfunden, um dem iPad und dem MacBook Air von Apple etwas entgegenzusetzen. Hersteller müssen etliche Bedingungen erfüllen, um das Logo auf ihren Geräten anbringen zu dürfen.

Die wichtigsten Fakten zur CES

Premiere in New York

Die erste Ausgabe der Consumer Electronics Show (CES) fand 1967 in New York statt. Erst seit 1978 ist sie in der Glitzerstadt Las Vegas im US-Staat Nevada zu Hause. Außerdem gab es zeitweise eine zweite CES im Sommer, unter anderem in Chicago.

Aufstieg zur Nummer 1

Als wichtigste IT-Messe der USA galt lange die Comdex (Computer Dealers‘ Exhibition), zu der sich die Fachwelt ebenfalls in Las Vegas traf. Nachdem mehrere große Unternehmen wegen hoher Kosten nicht mehr teilnehmen wollten, gaben die Veranstalter 2003 jedoch auf – seitdem ist die CES die bedeutendste Veranstaltung der amerikanischen IT-Branche.

160.000 Besucher aus aller Welt

Einige Zahlen zeigen die Dimension der Messe: Der Veranstalter CEA registrierte 2014 mehr als 3700 Aussteller und mehr als 160.000 Fachbesucher aus aller Welt in der Wüstenstadt. 2015 weitet die Technik-Show die Flächen weiter aus.

Tops und Flops

Immer wieder wurden in Las Vegas Geräte vorgestellt, die später den digitalen Alltag prägten – vom Videorekorder über CD und Camcorder bis zum hochauflösenden Fernsehen. Allerdings verschwinden viele groß angekündigte Neuerungen auch bald wieder. Das 3-D-Fernsehen setzte sich bislang nicht durch, auch die Netbooks hielten sich nicht lange am Markt.

Mehr Ifa als Cebit

Wenn man die CES mit den großen IT-Messen in Deutschland vergleicht, ähnelt sie eher der Ifa als der Cebit. Letztere versteht sich traditionell als Veranstaltung für Unternehmensanwendungen, auch wenn sie sich in den letzten Jahren verstärkt den Verbrauchern zuwendet. Bei der Ifa stehen dagegen ebenfalls digitale Produkte für Privatanwender im Mittelpunkt.

Bei den mobilen Prozessoren hat die Intel-Konkurrenz die Latte allerdings wieder etwas höher gelegt: Qualcomm und Nvidia zeigten die neueste Generation ihrer Produkte. Der Tegra 4, von Hersteller Nvidia als schnellster mobiler Prozessor angepriesen, soll Smartphones und Tablets deutlich beschleunigen und mit einer neuen Technologie Fotoaufnahmen im HDR-Format ermöglichen, für das sonst Spezialkameras nötig sind.

Qualcomm-Chef Paul Jacobs kündigte bei seiner Eröffnungsrede an, dass die Firma die komplette Familie ihrer mobilen Snapdragon-Prozessoren überarbeitet. Die Chips sollen künftig bis zu 75 Prozent mehr Reichenleistung erbringen und sind für den superschnellen Datenfunk LTE gerüstet. Qualcomm-Chips kommen nicht nur in Tablets und Smartphones zum Einsatz, sondern beispielsweise auch in Fernsehern und Spielkonsolen.

Auch Nvidia will neue Geschäftsfelder erschließen: Das US-Unternehmen, bekannt geworden mit Grafikkarten, überraschte mit der Ankündigung einer mobilen Konsole namens Project Shield mit dem Betriebssystem Android. Sie spielt nicht nur Spiele von der Google-Plattform ab, sondern kann auch Titel vom stationären PC übertragen, wenn darauf eine bestimmte Grafikkarte des Unternehmens installiert ist. Außerdem werkelt das Unternehmen an einer eigenen Spieleplattform namens Tegrazone.

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