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10.02.2004

13:40 Uhr

Elektronische Rezepte mobil ausstellen und signieren

Arzthelfer im PDA-Format

Das Arzt-Rezept auf Papier tot. Der elektronische Nachfolger wird am Rechner ausgestellt und muss digital signiert werden. Damit das auch mobil möglich ist, hat das Fraunhofer Institut eine Lösung im PDA-Format entwickelt.

Mobil digital Signieren

Mobil digital Signieren

hiz DÜSELDORF. Seit Beginn des Jahres ist das Gesetz zu Modernisierung der Krankenversicherungen in Kraft. Das bedeutet auch das Ende des herkömmlichen Arztrezeptes, das der Mediziner bisher mehr oder weniger unleserlich zu Papier brachte. Die elektronische Medikamentenverordnung muss allerdings digital signiert werden. Dabei wird ein so genannten Hash-Code berechnet, eine Art Quersumme des Rezept-Inhalts, welcher mittels komplexer mathematischer Verfahren verschlüsselt und an den Datensatz angehängt wird. Der Schlüssel identifiziert auf den ausstellenden Arzt. So können Apotheken, Abrechnungsstellen und Krankenkassen die Richtigkeit der Verordnung prüfen. Das System verspricht eine große Arbeitsersparnis, da die Daten nicht nochmals manuell erfasst werden müssen. Am Arbeitsplatzrechner ist die Signatur mittels einer dafür notwendigen Smartcard und dem zugehörigen Lesegerät problemlos möglich. Problematischer ist der mobile Einsatz beispielsweise während eines Hausbesuches.

Eine Lösung dafür wird das Darmstädter Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation (SIT) auf der kommenden CeBIT 2004 präsentieren. Der Trusted Pocket Signer (TPS) ist ein mobiler Taschencomputer, der es Ärzten erlaubt, Medikamente elektronisch zu verschreiben. Das Gerät im bekannten PDA-Format haben die Forscher zusammen mit dem Unternehmen Kobil entwickelt. Der TPS verfügt über eine elektronische Handschrift-Überprüfung zum Schutz vor Missbrauch, falls das Gerät in falsche Hände gelangen sollte.

Überall wo ein PC steht, können Rezepte und Briefe elektronisch ausgestellt und mit dem TPS unterzeichnet werden. Dazu wird das zu signierende Dokument an den TPS übermittelt und auf seinem Display angezeigt. Anschließend setzt der Arzt wie gewohnt seine Unterschrift unter das Dokument. "Nach der Handschrift-Prüfung erzeugt der TPS die elektronische Signatur und übermittelt diese drahtlos an den entsprechenden PC.

Andere Einsatzgebiete sehen die Wissenschaftler auch für andere "professionelle Vielsignierer" wie zum Beispiel Rechtsanwälte oder Steuerberater. Selbst herkömmliche Dienstleistungsbetriebe wie eine Kfz-Werkstatt könnten den TPS einsetzen. Der Kunde kann sich auf dem Gerät von der Korrektheit eines Reparaturauftrags überzeugen und dann unterzeichnen. Das unterschriebene Dokument würde ihm dann als E-Mail zugeschickt.

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