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27.04.2016

06:33 Uhr

Erfolgreiche Horrorspiele

Vom Lagerfeuer zum Monitor

Quelle:dpa

Horror- und Survivalspiele, jahrelang praktisch abgemeldet, feiern ein kleines Comeback. Gerade auf dem PC gibt es unzählige vor Angst und Schrecken sprühende Titel. Doch was macht solche Spiele so faszinierend?

Im Survival-Horrorspiel Ark geht es nicht nur gegen fürchterliche Monster, sondern auch feindliche menschliche Gegenspieler. Screenshot: Studio Wildcard Foto: Studio Wildcard dpa

Ark

Im Survival-Horrorspiel Ark geht es nicht nur gegen fürchterliche Monster, sondern auch feindliche menschliche Gegenspieler. Screenshot: Studio Wildcard Foto: Studio Wildcard

„Nesfate” hat ein Problem mit ihrem Job als Nachtwächterin in einer Pizzeria. Denn die mechanischen Fabelwesen, die dort tagsüber Kinder amüsieren, erwachen nachts zum Leben und machen Jagd auf Menschen. Und jetzt hat „Nesfate” die bösen Roboter auf ihren Überwachungskameras aus den Augen verloren. Jeden Moment könnte sich eins der Monster anschleichen.

Zum Glück erlebt die Nachtwächterin das nicht wirklich, es handelt sich um eine Szene aus dem Computerspiel „Five Nights at Freddy's”. Und zum Glück ist sie auch nicht allein. Denn „Nesfate” ist eine Let's-Playerin, die Videos ihrer virtuellen Gruselabenteuer ins Netz stellt. Und da ist sie nicht die einzige: Horror- und Survivalspiele, jahrelang praktisch abgemeldet, feiern gerade ein kleines Comeback.

In Spielen wie Outlas» schleicht der Spieler durch dunkle Gänge. Wird er von fiesen Monstern entdeckt, bleibt nur die Flucht. dpa

Outlast

In Spielen wie Outlas» schleicht der Spieler durch dunkle Gänge. Wird er von fiesen Monstern entdeckt, bleibt nur die Flucht.

Aber warum gibt man sich den Horror? „Gruseln in einer kontrollierten Umgebung ist eine alte Kulturtechnik”, sagt Niels Boehnke von der Stiftung Digitale Spielekultur. „Im Grunde haben Horrorspiele eine ähnliche Funktion wie das Erzählen von Gruselgeschichten am Lagerfeuer oder wie die Nachtwanderung im Ferienlager.”

Nicht jeder Gruseltitel ist jedoch gleich, so der Experte. „Es gibt einmal die reinen Horrorspiele, bei denen Spannung oder Ekel im Mittelpunkt stehen”, sagt Boehnke. „Und dann die Survivalspiele, bei denen strategisches Handeln im Vordergrund steht.” Wie groß die Unterschiede sind, beweisen Download-Plattformen wie Steam.

Until Dawn ist eine Art interaktiver Horrorfilm. Die Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher in einer einsamen Waldhütte erinnert an Genre-Klassiker. dpa

Until Dawn

Until Dawn ist eine Art interaktiver Horrorfilm. Die Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher in einer einsamen Waldhütte erinnert an Genre-Klassiker.

Dort gibt es zum Beispiel klassische Gruselspiele wie „Layers of Fear” von Aspyr, das den Spieler ganz altmodisch durch ein verfluchtes Anwesen schickt. Ähnlich funktionieren die schon etwas älteren Titel „Amnesia” (Frictional Games) und „Outlast” (Red Barrels). In allen drei Titeln schleicht der Spieler meistens alleine durch dunkle Gänge. Kämpfe mit Monstern gibt es gar nicht. Wird der Spieler entdeckt, kann er nur weglaufen und sich verstecken.

Ähnlich wehrlos ist der Spieler in „Alien: Isolation” (Sega), der gruseligen Videospiel-Variante der gleichnamigen Filmserie. Und auch „Until Dawn” (Sony) ist offensichtlich von Hollywood inspiriert - hier aber eher mit Teenie-Slasher-Filmen wie „Scream” als Vorbild.

Und dann gibt es noch Horror-Survivalspiele, die bei Steam und Co. regelmäßig auf den vorderen Plätzen landen. Als Ursprung des Genres gilt „DayZ” (Bohemia Interactive), in dem der Spieler sich in einer feindlichen Umgebung nicht nur mit Zombies, sondern auch mit anderen, meist feindlichen Spielern auseinandersetzen muss. „Ark” (Studio Wildcard) und „Rust” (Facepunch Studios) funktionieren ganz ähnlich. Der Horror dient hier nur noch als Hintergrund, wichtiger ist das Sammeln von Ressourcen und das Überleben von Tag zu Tag.

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