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14.03.2006

11:00 Uhr

EU-Chemikalienrecht

Software verbessert Umweltschutz

VonHeike Lischewski

Der Umwelt- und Gesundheitsschutz spielt in der europäischen Chemieindustrie eine immer wichtigere Rolle - jüngstes Kapitel dieser Entwicklung ist die Neuregelung des EU-Chemikalienrechtes.

DÜSSELDORF. Unter dem Kürzel REACH geht es dabei um die Registrierung, Bewertung und Zulassung chemischer Stoffe (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals). "Für viele Unternehmen der Branche rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, wie REACH in der Praxis umzusetzen ist", sagt Frank Hönerbach, Sprecher des Umweltbundesamtes.

Die meisten Firmen fangen dabei nicht bei Null an. Bereits 86 Prozent aller europäischen Chemieunternehmen werden laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Pierre Consultants (PAC) in München bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durch so genannte EHS-Lösungen unterstützt. Diese IT-Systeme optimieren die Unternehmensprozesse in den Bereichen Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Arbeitssicherheit (Environment, Health, Safety).

Allerdings beschränkt sich gut ein Drittel der von PAC befragten 400 Betriebe heute nur auf Insellösungen und setzt solche Systeme noch nicht unternehmensweit ein. Dies birgt nach Meinung der Analysten aber erhebliche Risiken - zum Beispiel widersprüchliche Daten oder Kommunikationslücken mit der Folge von Schadenersatzforderungen, Umsatzeinbußen oder Imageschäden. "Mit einem integrierten System dagegen lassen sich nicht nur die gesetzlichen Vorgaben besser einhalten, sondern auch die Geschäftsprozesse effizienter gestalten", sagt Fritz Maurer von BASF IT Services in Ludwigshafen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die in der Vergangenheit installierten Lösungen wie zum Beispiel für Produktsicherheit, Unfallmanagement, Berichtswesen oder Abfallwirtschaft harmonisiert, konsolidiert und nahtlos in die übrige IT-Landschaft eingebunden werden.

Dabei kommen immer häufiger Standard-Systeme wie SAP R/3 zum Einsatz, die bereits über ein eigenes EHS-Modul verfügen. Da diese allerdings nicht unbedingt alle Bedürfnisse jedes Chemieunternehmens abdecken, sind spezielle Erweiterungen oft sinnvoll. "Wir betreiben zum Beispiel für die BASF-Gruppe eine der weltweit größten integrierten Stoffdatenbanken", so Maurer. Dadurch könne man Behörden, Spediteuren oder Kunden jederzeit Auskunft über die BASF-Produkte und chemische Stoffe geben.

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