Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2012

16:07 Uhr

EuGH-Urteil

Software-Downloads dürfen weiterverkauft werden

Schwere Niederlage für Oracle und die gesamte Branche: Gebrauchte Software-Lizenzen dürfen generell weiterverkauft werden. Dies gilt auch, wenn die Software im Internet gekauft und von dort heruntergeladen wurde. Oracle zeigt sich entsetzt.

Der Hauptsitz des Software-Unternehmens Oracle in Redwood Shores in Kalifornien, USA. Das Urteil des EuGH erlaubt generell den Weiterverkauf gebrauchter Lizenzen. dapd

Der Hauptsitz des Software-Unternehmens Oracle in Redwood Shores in Kalifornien, USA. Das Urteil des EuGH erlaubt generell den Weiterverkauf gebrauchter Lizenzen.

LuxemburgGebrauchte Softwarelizenzen dürfen generell weiterverkauft werden. Das gilt nicht nur für Kopien auf CD und DVD, sondern auch dann, wenn Kunden die Software für diese Computerprogramme im Internet von der Herstellerseite herunterladen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag in Luxemburg (Rechtssache C-128/11) entschieden. Ein Entwickler könne sich dem Weiterverkauf seiner gebrauchten Kopien durch einen Kunden nicht widersetzen. Dabei sei es aber unzulässig, dass ein Kunde die Software für den Weiterverkauf aufspalte und teilweise weiterverkaufe.

Das Urteil bedeutet für den amerikanischen Softwareentwickler Oracle eine Niederlage vor Gericht. Der Konzern hatte im Streit um gebrauchte Softwarelizenzen das Münchner Unternehmen UsedSoft verklagt, das mit „gebrauchten“ Softwarelizenzen unter anderem von Oracle handelt. Oracle sah seine Urheberrechte verletzt. Mit dieser Praxis hatte UsedSoft auch andere Hersteller wie etwa Microsoft verärgert. Die Entwickler fürchten den Verlust von Kunden und sinkende Einnahmen durch den Gebrauchthandel.