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03.01.2006

10:18 Uhr

Europa und die USA

Hintergrund: Wie andere Länder ihre Netze pflegen

Das Handelsblatt zeigt in einer Übersicht, wie die Telekomkonzerne in den wichtigsten Märkten Europas sowie in den USA ihre Netze fit für die Zukunft machen wollen.

Großbritannien: Radikaler Neustart

Der britische Festnetzbetreiber British Telecom (BT) hat noch keine Pläne zu VDSL bekannt gegeben. Die Briten wollen ihre Netzkapazitäten nach den Ansprüchen der Verbraucher ausrichten. Noch sei nicht klar, für welche Anwendungen man VDSL überhaupt benötige, sagte BT-Vorstand Paul Reynolds im Gespräch mit dem Handelsblatt. Für Internet-Fernsehen reichten die bisherigen Bandbreiten via DSL.

Regulierungsferien nach dem Beispiel der Deutschen Telekom will BT aber auch bei einem möglichen Ausbau von VDSL nicht beantragen. "Die Welt der Monopole ist vorbei, Wettbewerb ist unvermeidbar", sagte Reynolds.

VDSL ist für British Telecom allenfalls ein Nebenschauplatz. Der Konzern hat sich einen radikaleren Umbau verordnet: Bis 2008 will BT-Chef Ben Verwaayen zehn Mrd. Pfund (15 Mrd. Euro) in das "21st Century Network" investieren, ein Netz, das komplett auf dem Internet-Protokoll basiert. 2010 werden alle Telefonanschlüsse umgestellt. Der Konzern erhofft sich dadurch Einsparungen von einer Mrd. Pfund jährlich.

Frankreich: Monopol erwünscht

France Télécom teilt die Auffassung der Deutschen Telekom: Auch die Franzosen verlangen, dass ein neues superschnelles Glasfasernetz eine Zeit lang nicht den Wettbewerbern zugänglich gemacht werden soll, damit sich die Investition lohnt. "Ohne angemessene Rendite werden wir nicht massiv in Glasfaser investieren", sagte Jacques Champeaux, Mitglied des Exekutiv-Komitees von France Télécom und zuständig für Regulierungsfragen. "Wir verlangen kein unendliches Monopol" schränkte er ein, betonte indes, dass die Haltung der Franzosen der der Deutschen Telekom nahe stehe. "Im Regulierungsumfeld gibt es keinen Anreiz zu investieren", sagte er. Dies sei nicht schlimm, solange es nur um vorhandene Netze gehe, habe aber Folgen bei Neuinvestitionen.

Damit steuert France Télécom auf eine Konflikt mit der staatlichen Aufsichtsbehörde zu. Gabrielle Gauthey, Vorstandsmitglied des französischen Regulierers Arcep, hat sich bereits "gegen die Remonopolisierung der letzten Meile für das Glasfasernetz" ausgesprochen.

Italien: Herausforderer liegt vorn

In Italien hat nicht der Ex-Monopolist, sondern ein privater Herausforderer Investitionen in die Zukunft gewagt. Der Newcomer Fastweb erreicht mit seinem Glasfaserkabelnetz und DSL ein Fünftel der italienischen Bevölkerung. Das Netz kann extrem hohe Datenmengen transportieren. Zwischen 2005 und 2013 will Fastweb drei Milliarden Euro investieren, um insgesamt 30 Millionen Menschen und damit die Hälfte der Bevölkerung zu erreichen. Fastweb ist der erste so genannte Triple-Player, der seinen Kunden für knapp 140 Euro monatlich Telefon, Internet und Fernsehen anbietet.

Der Marktführer Telecom Italia setzt weiter auf die etablierte Breitbandtechnik. "DSL ist durchaus wettbewerbsfähig mit Glasfaser und das zu niedrigen Kosten", sagte der Vorstandsvorsitzende Riccardo Ruggiero Ende 2005. Bei der Geschwindigkeit hinkt der Ex-Monopolist den privaten Wettbewerbern hinterher. Doch die Internet-Tochter Alice rüstet auf: Ab Februar soll die Geschwindigkeit von vier auf bis zu 20 Megabites erhöht werden.

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